Gesundheit im Alltag
Warum eine Fettleber gefährliche Folgen haben kann: Die Medius-Kliniken informieren
Rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland ist von dieser stillen Volkskrankheit betroffen – oft unbemerkt. Wie sich die Leber rechtzeitig retten lässt, erklärt Chefarzt Professor Bodo Klump von den Medius-Kliniken Ostfildern-Ruit und Nürtingen.
Rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland leidet an einer durch Fetteinlagerung vergrößerten Leber – und die Zahl steigt stetig. Selbst bei Kindern ist das Problem angekommen: Jedes dritte übergewichtige Kind hat bereits eine Fettleber.
Das Tückische: Viele wissen (noch) nichts von ihrer Erkrankung. Denn eine steatotische Lebererkrankung, umgangssprachlich „Fettleber“ genannt, verursacht lange Zeit keine oder nur unspezifische Beschwerden. Unbehandelt erhöht sie jedoch das Risiko für schwere Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose, Leberkrebs, Diabetes oder Bluthochdruck. „Die steatotische Lebererkrankung wird häufig unterschätzt, obwohl sie eines der bedeutendsten Gesundheitsrisiken unserer Zeit darstellt. In westlichen Ländern ist sie die häufigste Ursache für eine Leberentzündung“, betont Professor Bodo Klump, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Tumor- und Palliativmedizin der Medius-Kliniken.
Wie entsteht eine Fettleber?
Wenn die Leber mehr Fette aufnehmen oder mehr Schadstoffe verarbeiten muss, als sie abbauen kann, lagert sich überschüssiges Fett in den Leberzellen ab. Ursachen sind vor allem eine unausgewogene Ernährung mit zu vielen Kohlenhydraten, Bewegungsmangel und Übergewicht, starker Alkoholkonsum oder ein bestehender Diabetes mellitus. Auch Infektionskrankheiten wie eine Virus-Hepatitis oder bestimmte Medikamente können die Entstehung einer Fettleber begünstigen.
Wichtig: Auch schlanke oder nur leicht übergewichtige Menschen können eine Fettleber entwickeln.
Übeltäter Kohlenhydrate – besonders Fruchtzucker
Zucker macht nicht nur dick, sondern kann in hohen Mengen auch krank machen. Vor allem Fructose belastet die Leber stark. Je mehr Fructose man zu sich nimmt, desto aktiver wird die Leber darin, diese zu verarbeiten – und wandelt sie über bestimmte Stoffwechselwege in Fett um, das sich in den Leberzellen ablagert.
Folgen einer Fettleber
Bleibt eine Fettleber unbehandelt, kann sie sich entzünden.
- Stadium 1: Reine Fettleber ohne Entzündungszeichen
- Stadium 2: Fettleber mit Entzündung („Steatohepatitis“) – tritt bei etwa jedem zweiten Betroffenen auf
Ab diesem Stadium steigt das Risiko für eine Leberzirrhose bis hin zu Leberkrebs deutlich an. Zudem erhöhen sich die Wahrscheinlichkeiten für Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Nierenerkrankungen.
Symptome und Diagnose
Viele Betroffene bemerken lange Zeit nichts. Mögliche, unspezifische Symptome sind:
- Müdigkeit
- Abgeschlagenheit
- Konzentrationsstörungen
- Druckgefühl im rechten Oberbauch
Selbst Laborwerte bleiben anfangs oft unauffällig. Erst wenn sich die Leber entzündet, steigen die sogenannten „Leberwerte“ im Blut, wie beispielsweise die Gamma-GT.
Mit dem Fettleber-Index (FLI) lässt sich das Risiko schnell abschätzen. Er basiert auf dem Body-Mass-Index, dem Taillenumfang, den Blutfettwerten und der Gamma-GT. Eine Blutuntersuchung beim Hausarzt kann den FLI bestimmen und eine Fettleber oft schon vor der Entzündung aufdecken.
Heilung durch Lebensstiländerung
Eine Heilung allein durch Medikamente ist bislang nicht möglich. Die gute Nachricht: Eine Fettleber – selbst eine Fettleberentzündung – kann sich zurückbilden, wenn die Ursache beseitigt wird. Dazu gehören:
- kontrollierte Gewichtsreduktion
- ausgewogene, leberfreundliche Ernährung (zum Beispiel mediterrane Kost)
- mehr Bewegung
- Verzicht auf Alkohol
Fazit
Die Fettleber ist eine leise, aber gefährliche Volkskrankheit. Je früher sie erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Regelmäßige Vorsorge, bewusste Ernährung und ausreichend Bewegung sind die wirksamsten Mittel, um die Leber langfristig gesund zu halten.
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