Gesundheit im Alltag
Intervallfasten im Expertencheck: Was Chefarzt Andrej Zeyfang von den Medius-Kliniken empfiehlt
Welche positiven Effekte Intervallfasten auf die Gesundheit haben kann und in welchen Fällen diese Methode nicht geeignet ist, ordnet Dr. Andrej Zeyfang, Chefarzt der Inneren Medizin, Altersmedizin und Diabetologie an der Medius-Klinik Ostfildern-Ruit und Nürtingen, ein.
OSTFILDERN-RUIT. Der Januar ist für viele Menschen ein Monat der Neuanfänge: Zeit für neue Vorsätze, eine gesündere Lebensweise und oft auch für das Fasten. Vor diesem Hintergrund rückt das Intervallfasten – auch intermittierendes Fasten genannt – verstärkt in den Fokus. Die Methode basiert weniger auf der Auswahl bestimmter Lebensmittel als vielmehr auf klar definierten Ess- und Fastenzeiten.
Was ist Intervallfasten?
Intervallfasten bedeutet, in bestimmten, festgelegten Zeiträumen keine Nahrung zu sich zu nehmen. „Die Idee des Intervallfastens ist ein Gegensteuern gegen einen unnatürlichen Aspekt des westlichen Lebensstils“, erklärt Dr. Andrej Zeyfang, Chefarzt der Inneren Medizin, Altersmedizin und Diabetologie an der Medius-Klinik Ostfildern-Ruit und Nürtingen. „In der Vergangenheit gab es natürliche Pausen, in denen Menschen Essen suchen oder jagen mussten. Heute hingegen sind wir durch den dauerhaften Zugang zu Nahrungsmitteln in einem Kreislauf der ständigen Nahrungsaufnahme gefangen.“ Das Intervallfasten soll diesem Zustand entgegenwirken und den Körper in Phasen des Fastens von der dauerhaften Verdauungsarbeit entlasten.
Die gängigste Methode des Intervallfastens ist das 16:8-Modell, bei dem 16 Stunden lang auf Nahrung verzichtet wird. In einem Zeitraum von acht Stunden darf gegessen werden. Das können die meisten Menschen gut in ihren Alltag integrieren, etwa indem sie das Frühstück weglassen.
Positive Effekte auf die Gesundheit
Studien zeigen, dass Intervallfasten bei vielen Menschen zu einer Reduktion der täglichen Kalorienaufnahme führt. Dadurch kann es zur Gewichtsabnahme kommen und gleichzeitig metabolische Risikofaktoren positiv beeinflussen. Die Zellerneuerung wird durch einen zellulären „Hausputz“ angekurbelt, die sogenannte Autophagie. Dies verbessert die Insulinempfindlichkeit, senkt Blutzucker und Blutdruck und kann Entzündungen sowie Stoffwechselkrankheiten reduzieren.
Dr. Zeyfang ordnet ein: „Intervallfasten kann bei geeigneten Patientinnen und Patienten metabolische Prozesse günstig beeinflussen. Besonders förderlich ist dies für Menschen mit einem „Prädiabetes“. Entscheidend ist jedoch, dass das Fasten in ein insgesamt ausgewogenes Ernährungskonzept eingebettet wird.“
Grenzen des Intervallfastens
Trotz der positiven Effekte ist Intervallfasten nicht uneingeschränkt für alle Bevölkerungsgruppen geeignet. Dr. Zeyfang betont, dass zeitliches Essen allein keine ausgewogene Ernährung ersetzt. Personen mit chronischen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder starkem Übergewicht sollten das Intervallfasten nur nach ärztlicher Rücksprache beginnen. Für Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche wird diese Ernährungsform in der Regel nicht empfohlen.
Fazit
Intervallfasten kann nicht nur im Januar ein sinnvoller Impuls für eine bewusste Ernährungsumstellung sein. Medizinisch betrachtet handelt es sich um ein Instrument zur Kalorienreduktion und Stoffwechselverbesserung. Es ist jedoch keine universelle Lösung. Entscheidend bleiben die individuelle Eignung sowie die Kombination aus einer ausgewogenen Ernährung, Bewegung und langfristigen Verhaltensänderungen.
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