Wünsche finanzieren
Berater der Bausparkasse Schwäbisch Hall informiert über den Heizungstausch
Das Gebäudemodernisierungsgesetz gibt Hauseigentümern mehr Freiheit bei der Heizungswahl: Gas und Öl sind weiterhin mögliche Optionen. Doch diese Auswahl macht die Entscheidung nicht leichter.
Mit Blick auf Energieverbrauch, laufende Kosten und Klimaschutz kann sich der Austausch einer älteren Heizung trotzdem lohnen. Welche Lösung zum eigenen Gebäude passt und worauf Eigentümer bei der Entscheidung achten sollten, erklärt Schwäbisch Hall-Modernisierungsberater Thomas Billmann.
Erst das Haus prüfen, dann die Heizung wählen
Die Wahl der Heizung hängt entscheidend vom Gebäude ab. „Der Gerätepreis sollte nicht der Ausgangspunkt für die Entscheidung sein. Zuerst gilt es zu klären, welche Technik sinnvoll und effizient im eigenen Haus betrieben werden kann“, erklärt Billmann.
Wichtige Faktoren sind:
- Wärme- beziehungsweise Energiebedarf des Gebäudes und die benötigte Vorlauftemperatur.
- Auch Heizflächen, Dämmung und Fenster spielen eine Rolle.
Denkbare Ergänzungen wie Solarthermie zur Warmwasserbereitung sollten Hausbesitzer ebenfalls in ihre Überlegungen einbeziehen. Bei bestehender oder geplanter kommunaler Wärmeplanung kann Fernwärme eine Option sein.
„Wer jetzt seine Heizung austauschen muss oder einen Austausch plant, sollte deshalb nicht nur das eigene Gebäude betrachten, sondern auch prüfen, welche Wärmeversorgung am Standort besteht oder künftig vorgesehen ist“, rät der Modernisierungsberater.
Erneuerbare werden gefördert – wichtig: frühzeitig prüfen
Fördermittel können die finanzielle Belastung beim Umstieg auf eine erneuerbare Heizung erheblich verringern. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sieht eine Grundförderung von 30 Prozent vor – das betrifft zum Beispiel Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder den Anschluss an ein Wärmenetz.
Abhängig vom zu versteuernden Haushaltseinkommen und weiteren Voraussetzungen können weitere Boni hinzukommen – maximal 80 Prozent Förderung sind möglich.
Auch der Zeitpunkt ist wichtig: Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt für Berechtigte bis Ende Januar 2027 noch 16 Prozent. Ab Februar 2027 sinkt er halbjährlich um jeweils vier Prozentpunkte und entfällt ab August 2028.
Fünf Heizlösungen im Kurzcheck
1. Wärmepumpe
Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser und bringen sie mit Strom auf die benötigte Heizungstemperatur. Sie arbeiten besonders effizient bei niedrigen Vorlauftemperaturen, weshalb gut gedämmte Gebäude und große Heizflächen, wie bei Fußbodenheizungen, ideale Voraussetzungen bieten. Eine vollständige Sanierung ist nicht unbedingt erforderlich. Zu den Vorteilen zählen die hohe Effizienz und der Verzicht auf fossile Brennstoffe. Für den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe bis 25 kW inklusive Pufferspeicher müssen Eigentümer im Altbau mit etwa 40.000 Euro rechnen. *
2. Fernwärme
Bei der Fernwärme kommt die Heizenergie über ein Wärmenetz ins Haus. Voraussetzung ist, dass ein Wärmenetz am Standort vorhanden oder ein Anschluss vorgesehen ist. Zu den Vorteilen zählen der geringe Platzbedarf und der geringe Wartungsaufwand, da kein eigener Heizkessel benötigt wird. Die Kosten lassen sich nicht pauschal beziffern. Sie hängen unter anderem vom Netzanschluss, der Übergabestation und dem jeweiligen Anbieter ab.
3. Gas-Brennwertheizung
Gas-Brennwertheizungen verbrennen Gas und nutzen die Wärme aus den Abgasen. Sie eignen sich für Bestandsgebäude mit vorhandenem Gasanschluss. Zu ihren Vorteilen zählen der vergleichsweise geringe Platzbedarf und die niedrigeren Anschaffungskosten im Vergleich zu einigen anderen Heizsystemen. Eine Gas-Brennwerttherme mit einer Leistung von 15 bis 25 kW kostet im Altbau ab etwa 14.230 Euro. *
4. Öl-Brennwertheizung
Öl-Brennwertheizungen erzeugen Wärme durch die Verbrennung von Heizöl und nutzen zusätzlich die Abgaswärme. Moderne Anlagen arbeiten effizienter als viele ältere Modelle und lassen sich mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie zu einem Hybridsystem kombinieren. Für die Installation müssen unter anderem ausreichend Platz für die Heiztechnik und den Öltank sowie die entsprechenden technischen Voraussetzungen vorhanden sein. Eine Öl-Brennwerttherme mit einer Leistung von 15 bis 25 kW kostet im Altbau ab rund 17.730 Euro. *
5. Pelletheizung
Pelletheizungen erzeugen Wärme durch die automatische Verbrennung von Holzpellets. Sie sind besonders für Bestandsgebäude geeignet, sofern ausreichend Platz für die Anlage und die Lagerung der Pellets vorhanden ist. Vorteile sind der erneuerbare Brennstoff, die hohe Heizleistung und der weitgehend automatische Betrieb. Für einen Pellet-Heizkessel mit einer Leistung von bis zu 25 kW, inklusive Fördersystem und Pufferspeicher, müssen Eigentümer eines Altbaus mit Anschaffungskosten von etwa 30.450 Euro rechnen. *
Gerätepreis ist nicht gleich Gesamtkosten
Beim Kostenvergleich sollten Eigentümer jedoch nicht nur die Anschaffungskosten berücksichtigen. Je nach Gebäude und Technik fallen zusätzliche Ausgaben an. So können beispielsweise die Demontage und Entsorgung der alten Anlage 1000 Euro und mehr kosten. Müssen der Schornstein oder das Abgassystem angepasst werden, liegen die Kosten zwischen 500 und 2000 Euro. Weitere 500 bis 3000 Euro können für neue Pumpen, Rohre und Ventile oder Anpassungen der Heizkörper hinzukommen.
Auch die Kosten für Planung, Prüfung und Anschluss gehören in die Gesamtrechnung. So können bei einer Wärmepumpe beispielsweise Elektroarbeiten erforderlich sein, während bei Fernwärme Anschlusskosten anfallen.
„Zwei Heizungen mit einem ähnlichen Gerätepreis können am Ende sehr unterschiedliche Gesamtkosten verursachen“, erklärt Billmann. „Deshalb sollten Eigentümer Angebote möglichst auf Basis der vollständigen Investitionskosten vergleichen.“
Laufende Kosten: Nicht nur an heute denken
Eine neue Heizung bleibt in der Regel 15 bis 20 Jahre in Betrieb. Daher ist es wichtig, nicht nur die Anschaffungs- und Einbaukosten, sondern auch die langfristigen laufenden Kosten zu berücksichtigen.
Bei Gas und Öl können schwankende Brennstoffpreise und steigende CO₂-Kosten die Gesamtrechnung beeinflussen. Zudem gibt es neue gesetzliche Vorgaben für erneuerbare Brennstoffanteile.
Für Gas-, Heizöl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, steigt der vorgeschriebene Anteil klimafreundlicher Brennstoffe schrittweise: von mindestens 10 Prozent ab 2029, über 15 Prozent ab 2030 und 30 Prozent ab 2035, bis hin zu 60 Prozent ab 2040. Ab 2045 müssen die zur Wärmeversorgung von Gebäuden in Verkehr gebrachten Brennstoffe vollständig klimaneutral sein. Damit werden auch der Preis und die Verfügbarkeit entsprechender Brennstoffe zunehmend relevant.
Auch bei den übrigen Heizsystemen können sich die laufenden Kosten verändern. Bei Wärmepumpen sind vor allem der Strompreis und die Effizienz der Anlage entscheidend. Wer ohnehin eine energetische Sanierung oder die Installation einer Photovoltaikanlage plant, sollte diese Pläne in die Entscheidung einbeziehen.
Bei Pelletheizungen hängen die Brennstoffkosten unter anderem vom Holzangebot, der Nachfrage und den Produktionskosten ab. Bei Fernwärme beeinflussen das jeweilige Wärmenetz, Anbieter und Tarif die laufenden Kosten. Hier lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Tarif und die vertraglichen Regelungen zur Preisentwicklung.
Die passende Heizung ist eine individuelle Entscheidung
Wer die baulichen Voraussetzungen, Investitions- und Folgekosten sowie mögliche Förderungen gemeinsam betrachtet, schafft eine gute Grundlage für die Heizungswahl. „Nicht die Heizung mit dem niedrigsten Gerätepreis ist automatisch die beste“, fasst Billmann zusammen. „Entscheidend ist, welche Lösung zum Gebäude passt, finanziert werden kann und auch bei sich verändernden Energiepreisen und Anforderungen langfristig tragbar bleibt.“
Schwäbisch Hall und die Volksbank Mittlerer Neckar eG
Als Teil der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken unterstützt die Bausparkasse Schwäbisch Hall Menschen auf dem Weg in die eigenen vier Wände – von der Finanzierung über die Modernisierung bis hin zur Altersvorsorge mit Wohneigentum. Mehr Informationen zu den Angeboten von Schwäbisch Hall gibt es bei der Volksbank Mittlerer Neckar eG.
* Die angegebenen Preise sind Bruttopreise und lediglich Näherungswerte. Tatsächliche Preise hängen vom individuellen Anbieter und den vorherrschenden Gegebenheiten ab.
Quelle: Schwäbisch Hall