Nürtingen
Solarbrunnen schenken Menschen in Nigeria neue Hoffnung
Vier Brunnen wurden mit Spendengeldern der Aktion „Licht der Hoffnung“ modernisiert. Davon profitieren Landwirtschaft, Schulen und ganze Dorfgemeinschaften.
NÜRTINGEN. Die Weihnachtsaktion „Licht der Hoffnung“ 2026/27 ist vor wenigen Tagen gestartet. Immer wieder erreichen die Verantwortlichen erfreuliche Rückmeldungen zu den Projekten, die in den vergangenen Jahren unterstützt wurden. Sie zeigen eindrucksvoll, was durch die Spendenbereitschaft der Leserinnen und Leser bewirkt werden kann.
In der Saison 2024/25 der Aktion gehörte das Projekt „Brunnen Nigeria“ des Arbeitskreises Afrika der Katholischen Kirchengemeinde Nürtingen zu den geförderten Vorhaben. Ziel war es, vier bislang mit Dieselgeneratoren betriebene Brunnen auf eine umweltfreundliche Solarversorgung umzustellen.
Die Brunnen befinden sich auf der Lee Nobec Farm in Owerrinta (Abia State), auf der Agbala Farm in Owerri (Imo State), wo zwei Brunnen modernisiert wurden, sowie bei der Holy Rosary Catholic Parish in Umuokpu Abajah. Die Umrüstung wurde zwischen April und August 2025 umgesetzt.
Mit der Umstellung sollte eine zuverlässige und nachhaltige Wasserversorgung für die Viehzucht, die Fischzucht und die Bewässerung von Nutzpflanzen sichergestellt werden. Dank der Spendengelder von „Licht der Hoffnung“ konnte jedoch noch mehr erreicht werden: Auch eine Grundschule und eine ländliche Gemeinde erhielten Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Kinder profitieren von sauberem Trinkwasser
Vor der Modernisierung waren die vier Brunnen ausschließlich auf benzin- oder dieselbetriebene Generatoren angewiesen. Hohe Kraftstoffpreise, häufige technische Ausfälle und erhebliche Wartungskosten erschwerten eine kontinuierliche Wasserversorgung. Die Solaranlagen haben diese Probleme deutlich reduziert und bringen zugleich ökologische Vorteile mit sich. Fossile Brennstoffe werden eingespart, Treibhausgasemissionen und Generatorenlärm vermieden. Darüber hinaus haben sich die sanitären Verhältnisse in den landwirtschaftlichen Betrieben verbessert. Auch die Abwasserbewirtschaftung und die Bewässerung können nachhaltiger gestaltet werden.
Besonders deutlich wird der Erfolg des Projekts im Schulalltag. „Die Kinder haben nun jeden Tag sauberes Wasser zum Trinken, Händewaschen und zur Reinigung der Toiletten“, freut sich der Schulleiter der Holy Rosary Catholic School.
Wassermengen deutlich gesteigert
Auch die Fördermengen belegen die positive Entwicklung: Während zuvor in einer ganzen Woche rund 8000 Gallonen Wasser gefördert werden konnten (das entspricht rund 30.300 Litern), liefern die solarbetriebenen Brunnen nun täglich etwa 6000 bis 13.000 Gallonen (zwischen 22.700 und 49.200 Liter). Das bedeutet eine erhebliche Verbesserung der Wasserversorgung.
Davon profitieren nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe. Die höhere Wasserverfügbarkeit steigert die landwirtschaftliche Produktivität, stärkt die Ernährungssicherheit und verbessert den Zugang zu sauberem Wasser. Gleichzeitig sinken die laufenden Betriebskosten. Die Nutzung erneuerbarer Energien trägt zudem zur nachhaltigen Entwicklung der Gemeinden bei. Im Juli 2026 konnten erstmals Lebensmittel verteilt werden, die mithilfe der verbesserten Wasserversorgung angebaut worden waren.
Für Anne O’Callaghan, Projektverantwortliche des Arbeitskreises Afrika der Katholischen Kirchengemeinde Nürtingen, ist das Vorhaben deshalb weit mehr als eine technische Modernisierung. „Die solarbetriebenen Brunnen haben vielen Familien auf dem Land neue Hoffnung gegeben und gleichzeitig die Mission unseres Partners vor Ort, der Ivyhope Foundation, vorangebracht“, lautet ihr Fazit.
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