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Neuer Torrekord: TG Nürtingen überrollt Rostocker HC

Handball, Zweite Bundesliga, Frauen: Die Nürtingerinnen lassen dem Aufsteiger Rostocker HC beim 45:27-Heimsieg keine Chance und stellen eine neue Bestmarke auf.

War am Kreis nicht zu halten: Nora Erhardt (beim Wurf). Foto: Ralf Just

Immerhin das schönste Tor des Abends gelang den Gästen vom Rostocker HC. Der Kempa-Trick, den Patrycja Drewnik fünf Minuten vor Schluss nach Vorlage der langjährigen Erstliga-Spielerin Nele Reimer im Nürtinger Tor spektakulär versenkte, löste bei den Rostockerinnen aber keine große Freude mehr aus. Zu deutlich hatte die TG Nürtingen die Zweitliga-Partie dominiert und das nächste Handballfest in der heimischen Theodor-Eisenlohr-Halle gefeiert. „Es hat einfach großen Spaß gemacht“, brachte es Linksaußen Ronja Bühler, die mit zwölf Treffern beste TG-Torschützin war, nach dem 45:27-Heimsieg auf den Punkt.

Denn es war wieder ein Abend, an dem den Nürtingerinnen fast alles gelingen wollte. Zupackend und konsequent in der Defensive, schnell und effizient im Angriff – die TG bot ihren Anhängern die nächste Glanzvorstellung. Die Gäste von der Ostseeküste hatten der Übermacht kaum etwas entgegenzusetzen. Mit den 45 erzielten Treffern übertrafen die Nürtingerinnen ihren erst im März aufgestellten Zweitliga-Torrekord (43:24 gegen den SV Werder Bremen). Der dritte Sieg im dritten Saisonspiel bedeutete dank des besten Torverhältnisses auch die vorläufige Tabellenführung in der noch jungen Spielzeit.

Und so hatte auch TG-Trainer Manel Cirac wenig auszusetzen. „Das war eine überragende Leistung“, lobte er seine Mannschaft. Nur eines störte ihn. Sein Team kam etwas schleppend ins Spiel und benötigte drei, vier Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. „Wir brauchen am Anfang mehr Power“, sagte er. Das blieb aber tatsächlich sein einziger Kritikpunkt. Denn diese fehlende Power brachte dann schnell eine, die sonst eher selten im Rampenlicht steht. Nora Erhardt wurde am Kreis immer wieder von Spielmacherin Lisa Fuchs gefunden. Innerhalb von nur vier Minuten gingen vier Treffer auf das Konto der groß gewachsenen Kreisläuferin. „Geplant war das nicht. Aber wir wussten, dass sie offensiv decken werden, und dass die Räume dann da sind“, freute sich Erhardt. Am Ende war die 21-Jährige mit acht Treffern zweitbeste Nürtinger Schützin.

Immer fokussiert trotz hoher Intensität

Auch dank ihrer Tore und der stets aufmerksamen Abwehr hatte die TG die Partie gegen die Aufsteigerinnen schnell im Griff, bereits nach 15 Minuten war die Turngemeinde auf 12:3 davongezogen. „Wir haben es einfach nicht geschafft, das Tempospiel der Nürtingerinnen zu unterbinden“, musste HCR-Trainer Dominic Buttig anerkennen. Zu kopflos habe seine noch junge Mannschaft in vielen Phasen agiert.

Ganz anders das Heimteam, das immer weiter aufs Gaspedal drückte. „Wir haben mit hoher Intensität gespielt, sind aber immer fokussiert geblieben. Das war top“, lobte TG-Coach Cirac, der schon in der ersten Hälfte kräftig durchrotierte und im Laufe der Begegnung die Einsatzzeiten unter allen seinen Spielerinnen entspannt aufteilen konnte. Dass die zuletzt starke Michelle Schäfer nur auf der Tribüne Platz nahm, fiel da kaum ins Gewicht. Die Schulter machte der Rückraum-Akteurin wieder Probleme. „Wir brauchen sie in den nächsten Wochen, da kommen viele schwere Spiele“, erklärte Cirac die Maßnahme.

Nach einem spielfreien Wochenende wartet schon der nächste Höhepunkt auf die TG. Am Freitag, 26. September, ist Erstligist VfL Oldenburg, in der zweiten Runde des DHB-Pokals zu Gast.

TG Nürtingen – Rostocker HC 45:27

TG Nürtingen: Leenen, Sander; Fischer, Wieder(3), Bühler (12/2), Nusser (3), Erhardt (8), Seeger (3), Dreizler (7/2), Fuchs (6/2), Distel (3), Treusch.

Rostocker HC: Clasen, Zidorn, Tants; Franz (6), Beuck, Dubrau (2), Reimer (9/4), Wohlfeil (1), Weitzel, Halawczak (3), Wolf, Drewnik (4), Konarkse (1), Pieth (1).

Zuschauer: 680.

Schiedsrichter: Ernst/Sippel (Fellbach/Freiburg).

Zeitstrafen: Distel – Beuck, Dubrau, Reimer, Drewnik.

Siebenmeter: 8/6 – 5/4. Ronja Bühler trifft erst im Nachwurf (38.) und wirft an den Pfosten (47.). TG-Torhüterin Sophie Leenen pariert gegen Nele Reimer (42.).

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