Altenriet
Alexander Blessin tritt in Mönchengladbach an: „Die Situation ist prekär“
Fußball: Der Altenrieter ist neuer Trainer des Bundesligisten. Bei der Vorstellung blickt der 53-Jährige auf seine Aufgabe und ein Derby zum Auftakt.
Die vereinslose Zeit von Alexander Blessin ist nach nur gut dreieinhalb Monaten wieder beendet: Der Fußballtrainer aus Altenriet heuert beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach an. Das gab der Verein am Dienstagmittag offiziell bekannt. Blessin war in der vergangenen Saison mit dem FC St. Pauli aus der Erstklassigkeit abgestiegen und in der Folge freigestellt worden. Bei den „Fohlen“ unterschrieb der 53-Jährige nun einen Vertrag bis 2028.
„Als der Anruf kam und ich mich sehr intensiv damit beschäftigt habe, war die Freude groß. Aber ich bin mir der riesigen Verantwortung bewusst“, betonte Blessin bei seiner Vorstellung am Mittwoch. „Für uns waren die persönlichen Gespräche elementar wichtig. Wir haben relativ schnell gemerkt, wie intensiv sich Alex mit der Borussia beschäftigt hat. Der Trainer brennt für seinen Job und die Aufgabe bei uns, wir waren schnell auf einer Wellenlänge“, erklärte Gladbachs Sportchef Rouven Schröder. „Das ist ein großer und traditionsreicher Verein mit großer Fanbase, ich bin immer wahnsinnig gerne hergekommen“, fügte Blessin mit Blick auf seine Gastspiele mit dem FC St. Pauli im Borussia-Park an.
Mönchengladbach hatte sich am 13. September nach drei Niederlagen zum Saisonbeginn mit einem Torverhältnis von 3:12 vom bisherigen Cheftrainer Eugen Polanski getrennt. Auch mit dem Interimstrainer Jan-Moritz Lichte setzte es gegen den FSV Mainz 05 eine 3:4-Niederlage. Die Borussia ist Tabellenletzter, zudem die einzige Mannschaft, die in der Bundesliga noch auf den ersten Punktgewinn wartet.
Defensive wackelt
„Wir wissen, die Lage ist prekär. Die Mannschaft hat das Potenzial, aber auch ein paar Probleme, die können wir nicht wegdiskutieren. Ich sehe das Team qualitativ so, dass man mehr rauskitzeln kann“, ist sich Blessin sicher. Besonders defensiv hakte es bei der Borussia, es setzte 16 Gegentore in den ersten vier Spielen. „Es geht um eine gewisse Stabilität. Das liegt nicht nur an der Kette, sondern an der Gesamtheit. Das muss von Anfang an in die Köpfe.“
Start gegen zwei Ex-Vereine
Die Mission Klassenerhalt startet für den Altenrieter direkt mit einem Derby. Nach der Länderspielpause geht es am 11. Oktober zum 1. FC Köln, zuvor stehen für die Borussia noch Testspiele bei den Sportfreunden Siegen und beim FC St. Pauli auf dem Programm – jeweils Ex-Vereine des Altenrieters. „Ein Derby ist etwas absolut geiles, ich freue mich wahnsinnig darauf. Die Zeit bis dahin wollen wir gut nutzen.“ Blessin war nach dem Ende seiner aktiven Karriere, in der er unter anderem für den VfB Stuttgart auflief, jahrelang im Nachwuchsbereich von RB Leipzig aktiv.
Belgischer Vizemeister
An der Seitenlinie stand er zudem beim KV Ostende (Belgien), dem CFC Genua, Royale Union Saint-Gilloise, wo er belgischer Vizemeister und Pokalsieger wurde, sowie eben dem FC St. Pauli. Mit den Hamburgern schaffte Blessin im ersten Jahr den Klassenerhalt, in der zweiten Spielzeit war der Abstieg nicht zu vermeiden. Borussia Mönchengladbach wird nun die zweite Station des 53-Jährigen in der Eliteklasse des deutschen Fußballs. Er soll bei der Borussia eine Wende einleiten. „Es geht darum, was wir kurz- und mittelfristig erreichen können, um eine Entwicklung. Wir können nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen“, betont der Trainer.
Blessins Töchter Franziska, Victoria und Patricia sind in der Region als Leichtathletinnen bekannt, starten allesamt für die LG Filder und gehören insbesondere im Hürdensprint zur württembergischen Spitze.