Senioren-Redaktion

Ohne Zeitungen zu leben, ist heute fast unmöglich

07.05.2022 05:30, Von Peter Reinhardt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Brauchen wir Zeitungen? Die Zeitung ist ein Kind der Aufklärung. Und was war vorher? Da war man halt auf gelegentliche Durchreisende angewiesen, oder auf den nächsten Pfarrer, der ja für „Wahrheiten“ zuständig war. Heute unvorstellbar, wo doch der Fernsehsender „Phönix“ damit wirbt, bei allen wichtigen Ereignissen auf der Welt sofort dabei zu sein und frisch zu berichten. Wie haben die Menschen damals das nur überlebt?

Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert konnten immer mehr Leute lesen – und die technischen Möglichkeiten des Druckens nahmen gewaltig zu¸ auch die finanziellen Möglichkeiten breiterer Schichten. Und damit auch das Interesse an dem, was wir „Nachrichten“ nennen. Der große Goethe war hin- und hergerissen. In der Zeit der Französischen Revolution wollte er natürlich wissen, was da in Frankreich vor sich ging; also hatte er eine Zeitung abonniert. Zugleich ärgerte er sich immer wieder über das leichtfertige Gerede darin; nicht alles hatte die Qualität, die er erwartete. Er bestellte die Zeitung verärgert ab – abonnierte sie aber bald wieder neu, um wenigstens das Wichtigste zu erfahren. Inzwischen ist die Nachrichtenfülle, die auf den Leser einfällt, ungeheuerlich. Die verschiedenen Nachrichtenkanäle stehen in Konkurrenz zueinander. Sie differenzieren sich auf verschiedene Empfängergruppen hin, aber sie müssen nahezu pausenlos liefern – liefern – liefern.


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