Altdorf
Kommentar zum Bezirkssportgericht: Intransparenz ist ein Irrweg
Fußball-Kreisliga A, Staffel 2: Wie die sportgerichtliche Aufarbeitung der Vorfälle zwischen Altdorf und Oberensingen II erfolgen soll, bleibt offen. Der Bezirk ist gerade dabei, Chancen verstreichen zu lassen, findet Sportredakteur Julian Kaiser.
Der Württembergische Fußballverband (WFV) und das Bezirkssportgericht geben in der Aufarbeitung der Vorfälle zwischen dem TSV Altdorf und der TSV Oberensingen II kein gutes Bild ab. Generell ist das Vorgehen des WFV, Sportgerichtsverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen, fragwürdig. Der Verband hat bewusst den Pfad der Intransparenz beschritten. Ein Irrweg. Es wird der Anschein erweckt, Entscheidungen würden im stillen Kämmerlein getroffen, niemand solle den Sportgerichten auf die Finger schauen.
Die Gremien des Bezirks Neckar-Fils fügen sich in dieses Bild ein. Dabei würde bereits ein Blick einige Kilometer weiter genügen, um zu erkennen, wie es, trotz der Daumenschrauben des Verbandes, anders funktionieren kann. Der Bezirk Enz-Murr informiert beispielsweise regelmäßig auf seinen Kanälen anonymisiert über Sportgerichtsurteile. Zuletzt wurde mitgeteilt, dass Spieler nach Faustschlägen und einem Tritt gegen einen am Boden liegenden Gegner für elf beziehungsweise zwölf Monate gesperrt wurden.
Gewaltexzesse bleiben unbekannt
Auch berichtete der Bezirk von einem Faustschlag bei einem C-Jugend-Freundschaftsspiel. Eine Offenheit, die den hiesigen Verantwortlichen offenbar fremd ist. In einer Junioren-Kreisleistungsstaffel lief eine Partie in der Region zuletzt völlig aus dem Ruder, wurde nach einem Faustschlag abgebrochen. Öffentlich darüber gesprochen hat der Bezirk nicht. Das Vorgehen lässt den Eindruck entstehen, das Bild der heilen Fußballwelt solle um jeden Preis gewahrt werden.
Dabei bietet das Sportgerichtsverfahren nach dem Skandalspiel zwischen Altdorf und Oberensingen II große Chancen. Die Rechtsinstanz könnte ein deutliches Zeichen gegen Gewalt setzen, dieses mit Transparenz und Offenheit über die Vorfälle als abschreckendes Beispiel nach außen kommunizieren. Nicht umsonst wird andernorts bereits genau dieser Weg gewählt. Der Bezirk Neckar-Fils ist allerdings gerade dabei, diese Chance verstreichen zu lassen.
Fußball | 06.05.2026 - 20:00
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Fußball-Kreisliga A, Staffel 2: Bezirkssportgericht schweigt zu der Vorgehensweise. Den Vereinen könnten Punkte abgezogen werden, monatelange Sperren für Spieler sind möglich. Ein Verein hat offenbar auf die Entscheidungen des Schiedsrichters eingewirkt.