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Zivilbevölkerung oder Taliban?

21.09.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Braun, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Linkspartei schnellt nach oben“ vom 10. September. Unter Beschuss gerät jetzt nicht nur der deutsche Offizier, der den Beschuss einer Ansammlung afghanischer Menschen befohlen hat. Unter Beschuss geraten jetzt auch deutsche Politiker, wie zum Beispiel die in unserem Wahlkreis kandidierenden Politiker Arnold und Hennrich, und Verteidigungsminister Jung, die es von Tag zu Tag schwerer haben werden, der Forderung der Linken und weiter Teile der Bevölkerung nach einem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu widerstehen. Namentlich wird der Verteidigungsminister Jung erklären müssen, wie er zu seinen Angaben bezüglich der Anzahl getöteter „Taliban“ und Zivilisten kommt.

Die Differenzierung zwischen „Taliban“ und „Zivilisten“ ist irreführend. Offensichtlich glauben Militärs und Politiker, das dumme Volk hätte noch Vorstellungen von der Kriegsführung, die aus dem 19. Jahrhundert stammen. Es ist nicht so, dass in Afghanistan Truppen unter wehenden Fahnen und mit klingendem Spiel aufeinander losmarschieren. Sie sind auch nicht an ihren Uniformen zu erkennen, ob sie zur einen oder zur anderen Kriegspartei gehören. Afghanische Kämpfer ziehen in Alltagskleidern in den Kampf und sind deshalb nicht von afghanischen Bauern, Handwerkern oder Bettlern zu unterscheiden. Viele sind nur zeitweilig Kämpfer und wechseln, wenn es ihren finanziellen Interessen dient, öfters die Fronten und arbeiten sonst in ihren Berufen – wenn es Arbeit gibt. Nicht wenige stehen auch auf den Gehaltslisten, obwohl die „Gehälter“ sehr gering sind, der „Sicherheitsorgane“ der Karsai-Regierung. Sie sind inzwischen der Schrecken der Zivilbevölkerung, namentlich der Frauen.

Es ist ein Schwindel, diese Leute allesamt als „Taliban“ zu bezeichnen. Dieser Begriff passt nur für radikal islamistische Kämpfer, die aber seltener direkt an den Kämpfen beteiligt sind. Sie werben Kämpfer für einzelne Aktionen an, erteilen ihnen Aufträge und sind dafür verantwortlich, dass die Logistik und vor allem die Entlohnung klappt. „Taliban“ ist jeder und keiner, „Taliban“ sind überall und nirgends, nicht zu greifen, schwer anzugreifen und sicher nicht militärisch zu besiegen.

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