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Leserbriefe

Wohnungsmarkt: Mit dem Rücken zur Wand

15.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerd-Uwe Hauff, Frickenhausen. Zum Artikel „Ein Zimmer, Bad – und Lebensgefahr?“ vom 5. Dezember. Mit dem Artikel wurde nun der vierte Akt im Drama „Wohnungsbrand in der Schafstraße“ eröffnet. Durch investigativen Journalismus wurde nun eindeutig aufgezeigt, dass die prekäre Situation in der Schafstraße kein Einzelfall ist, was von der Stadtverwaltung Nürtingen sehr lange Zeit bestritten wurde und diese in keinem sehr guten vorweihnachtlichen Licht erscheinen lässt. Die anfängliche Verteidigungsstrategie des Oberbürgermeisters Dr. Fridrich, dass die Stadt Nürtingen bei privaten Vermietungen keinerlei Möglichkeiten hat, gegen Mietwucher und unmenschliche Überbelegungen vorzugehen, da das erforderliche Ermächtigungs- beziehungsweise Wohnraumaufsichtsgesetz fehlt, wurde jetzt kleinlaut vom OB aufgegeben und konnte durch den beschriebenen Fall der Stadt Leinfelden-Echterdingen eindeutig widerlegt werden.

Die ehrliche Schilderung des OB Fridrich, dass die Unterbringung der 40 Brandopfer in Ausweichunterkünfte für die Stadt eine äußerst schwierige Aufgabe darstellte, da diese durch den Wohnungsmarkt in Nürtingen mit dem Rücken zur Wand steht, muss man uneingeschränkt zur Kenntnis nehmen. Als kritischer Bürger könnte man jetzt zu der Schlussfolgerung kommen, dass die Stadtverwaltung nur aus dem Grunde jahrelang systematisch weggeschaut und prekäre private Mietverhältnisse geleugnet hat, weil sie nicht in der Lage gewesen wäre, bei einer konsequenten Verfolgung von unzulässigen Mietunterkünften die dann erforderlichen Ausweichunterkünfte in einem ausreichenden Maße zur Verfügung zu stellen!

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich dies weder dem OB Fridrich noch der Stadtverwaltung unterstelle. Aber es ist schon sehr bedauerlich, dass es erst einen Brand mit zwei Todesopfern geben musste, dass offensichtliche Missstände von der Stadtverwaltung in ihrem Verantwortungsbereich anerkannt werden. Wenn dann noch das zuständige CDU-Wirtschaftsministerium die Notwendigkeit der Einführung eines Wohnraumaufsichtsgesetzes leugnet, dann könnte man auch hier zu der Schlussfolgerung kommen, dass skrupellose private Vermieter von der Politik geschützt werden sollen.

Leserbriefe

Nawalny und das russische Volk

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Der besondere Blick auf Putin“ vom 11. Januar. Ei, was ist er doch für ein Tausendsassa, der „gute Russe Nawalny“. Russische „Gönner“ bezahlen seine Behandlung in Berlin. Welcher Art die wohl sind? 30 000 Dollar investiert er (woher kommt das…

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