Leserbriefe

Windkraft und die Wirtschaftlichkeit

27.01.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Windkraft-Flaute im Land hält auch im neuen Jahr an“ vom 20. Januar. Interessant ist die Windatlas-Broschüre aus Herrn Unterstellers Umweltministerium (ein ehrliches Lob Herr Untersteller dafür – hoffentlich liest es auch einer). Neben wenig geeigneten und vielen ungeeigneten Standorten in Baden-Württemberg ist darin ein interessantes Diagramm enthalten, das das Verhältnis der erzeugten elektrischen Leistung zur Windgeschwindigkeit darstellt (Physik: verhält sich leider sehr ungünstig, in der dritten Potenz zueinander!). Es lässt sich ablesen, dass eine 2-MW-Anlage bei der in Baden-Württemberg vielerorts üblichen mittleren Windgeschwindigkeit von 5 m/s gerade mal 250 kW und damit nur ein Achtel der installierten Leistung erzeugen würde und somit sehr schnell unwirtschaftlich wird, obwohl an ungeeigneteren Standorten, mit deutlich kleinerem als dem Referenzertrag, die hohe EEG-Vergütung von circa 9 Cent pro kWh Windstrom nicht nur fünf, sondern bis zu 20 Jahre lang von allen Stromkunden kraft EE-Gesetz bezahlt wird.

Die ganzen Amortisationsrechnungen von Windkraftanlagen in Baden-Württemberg in dieser Broschüre basieren auch auf 20 Jahren höchster Vergütung, sonst würde das gar nicht aufgehen. Oder ganz kurz gesagt, es wird teuer, Investoren werden sich, wenn sie schlau sind, sehr genau anschauen müssen, wo sie ein Windrad bauen werden, und in weiten Landesteilen wird es aus diesem Grund keine Windräder geben. Es ist mir auch nicht ganz klar, wo der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben seine Hunderte von Windrädern bauen will. Da sind ja nur laue Lüftchen eingezeichnet. Es bliebe aber immer noch die Möglichkeit, sein Geld in einen bedeutend wirtschaftlicheren Offshore-Windpark zu investieren, wie das der inzwischen „volkseigene“ Betrieb EnBW ja vor einiger Zeit mit Baltic 1 in einer Pionierleistung bereits gemacht hat.

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