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Will Telekom die Datenüberwachung?

11.05.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jan Lüdtke-Reißmann, Nürtingen. Zum Artikel „Mehr Druck auf Telekom wegen Tempo-Bremse“ vom 7. Mai. Die Telekom (im Netz hinlänglich als Drosselkom bezeichnet) will für ihre Festnetztarife eine Volumenbegrenzung einführen. Ein Vorgang, den aufgrund der umfangreichen medialen Berichterstattung sicherlich jeder mitbekommen hat. Nun kann man einerseits sagen: Das ist gutes Recht eines Anbieters, der seinen Gewinn maximieren will. Diese Seite der Medaille könnte ich durchaus nachvollziehen. Auf der anderen Seite steht jedoch die Netzneutralität, denn die Begrenzung soll nur für Angebote gelten, die nicht vom Telekom-Konzern angeboten werden. Dies ist bereits problematisch.

Als Pirat treibt mich jedoch ein weiterer Aspekt um: Wie wird so etwas technisch umgesetzt, wie werden die Datenpakete technisch überwacht? Hierfür wird die sogenannte Deep Packet Inspection eingesetzt. Der Datenstrom im Internet besteht aus unzähligen Datenpaketen. Jedes dieser Datenpakete ist wie eine Zwiebel verpackt. Auf den unterschiedlichen Ebenen der „Daten-Zwiebel“ ist zum Beispiel dokumentiert, wer die Information erzeugt hat und ob es sich um einen Film, ein Musikstück, ein Telefongespräch oder eine E-Mail handelt.

Diese Datenüberwachung mittels der DPI wird zum Beispiel im Iran oder in China verwendet, hier jedoch nicht mit der Folge einer Leistungseinschränkung, sondern zur Überwachung des Datenstroms. Und genau dieses muss die Telekom machen, wenn sie eigene Daten in bleibender Geschwindigkeit passieren lassen will, andere aber benachteiligt. Sie installiert mit der DPI eine Überwachung, wie sie auch bei einer Vorratsdatenspeicherung zum Einsatz kommt. Anstatt hier einzugreifen und die Netzneutralität zu verteidigen, nicken die gewählten Volksvertreter lieber eine Bestandsdatenauskunft ab, die im Falle einer Ordnungswidrigkeit den Zugriff auf E-mail-Postfächer und Handy Pins und Tans erlaubt. Da kann man nur sagen: Was man nicht versteht, kann man nicht verhindern . . . und die Freiheit geht dabei vor die Hunde, traurig aber wahr! Nebenbei gesagt ist eine Deep Packet Inspection beispielsweise in den Niederlanden zur Verhinderung von Überwachung verboten.

Leserbriefe

Demonstranten ohne Maske geht gar nicht

Jürgen Schwinghammer, Neuffen. Zum Artikel „Demonstration ohne Masken in der City“ vom 20. Oktober. Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht. Wenn aber in Stuttgart 300 Demonstranten gegen die Maskenpflicht ohne Maske und Abstand demonstrieren und dabei von der Polizei „eskortiert“ werden,…

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