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Werde mich nicht irritieren lassen

21.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal. Zum Leserbrief „Vaterschaft unbekannt“ vom 12. Juli. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit sich der Versuch hält, Angehörige verschiedener sozialer Gruppen in Gut und Böse einzuteilen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es alle Deutschen, die überall die Bösen waren. Als in den späten Fünfzigern zuerst die angeworbenen Italiener in Deutschland aufkreuzten, waren sie die Minderwertigen (Pizza und Spaghetti schmeckten trotzdem), später war die griechische Küche nicht von Übel, und auch der Döner schmeckte vor den Ekelfleisch-Skandalen. Irgendwann merkten die meisten Deutschen, dass andere Menschen auch Menschen sind. Und so haben sich die Vernünftigen und Menschlichen der verschiedensten Nationen in Deutschland zumindest arrangiert, viele wurden Freunde.

Wie arm im Geiste müssen jene sein, die immer aufs Neue versuchen, sich unter Berufung auf die Zufälligkeit der Geburt zu Lichtgestalten zu stilisieren. Das Fatale bei dem krampfhaften Versuch der Frau Kapp ist es, dass sie gar nicht versucht, menschliche Qualitäten zu definieren und den Individuen zuzuordnen, sondern alles Gute dem Weibe unterstellt. Damit erklärt sie alle Männer zwangsläufig und möglicherweise bewusst zu einer Art von Untermenschen. Da war doch mal was . . .? Allzu oft haben Heilsprediger des einfachen Weltbilds unschuldige und gutgläubige Menschen ins Unglück gebracht. Man denke dabei nur an Scientology, die von einem mäßig erfolgreichen Science-Fiction-Autor gegründet wurde. Inzwischen befinden sich etliche Ex-Mitglieder in psychologischer oder psychiatrischer Behandlung, um die Folgen der kostenträchtigen Gehirnwäsche zu verarbeiten. Was die Opfer noch mal einiges kostet. Übrigens reden auch die Scientologen von „Studien“, wenn sie ihren menschenfeindlichen Unfug verbreiten.

Von irregeleiteten Geistern werde ich mich auch künftig nicht irritieren lassen, sondern mich auch weiter für die Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzen, vor allem zum Wohle unserer Kinder, die auch nach Trennung oder Scheidung das gleichwertige Recht auf beide Eltern haben. Auch wenn die „Rechts“-Praxis immer noch die natürlichsten aller Kinderrechte häufig mit Füßen tritt. Es ist nicht nur ein Gebot des menschlichen Anstands, menschlicher Würde und der Achtung vor der Persönlichkeit des Kindes, die Bindungen zu Vater und Mutter in gleichem Maße zu fördern und zu schützen, sondern auch im ureigensten Interesse der älteren Generationen. Angesichts der demographischen Entwicklung können wir es uns im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr leisten, Kinder durch patriarchalisches Denken und/oder den Mütterwahn kaputt zu machen. Der schon immer dumm gewesene Satz „Kinder gehören zur Mutter“ (und Papi rollt die Brötchen an) hat in seiner Praxis zu vielfachem unendlichem Leid aller Beteiligten geführt.

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