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Leserbriefe

Warum nicht gleich richtig planen?

27.10.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dorothea Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Der Halle fehlt noch der Aufzug“ vom 11. Oktober.

Brandschutztechnisch steht die Gemeindehalle Hardt wieder da wie eine Eins und das war auch dringend notwendig. Aus Kostengründen hat man zunächst auf einen Aufzug und damit auf einen barrierefreien Zugang verzichtet. Das wirft schon einige Fragen auf: Wer hat hier worauf verzichtet? Wurde hier Teilhabe zur finanziellen Manövriermasse degradiert? Wird die Umsetzung von Behindertenrecht zu einem „weiteren Wunsch“, der je nach Kassenlage erfüllt wird?

Jetzt kommt das böse Erwachen: Die Halle ist saniert, der Aufzug fehlt! Offensichtlich fehlen auch die nötigen Vorbereitungen, um einen Aufzug nachträglich anbauen zu können. Der Aufzug ist also komplett weg. Wurde er weggespart? Eher nicht, denn ohne ein Konzept, wie ein Aufzug nachträglich angebaut werden soll, war ein Kostenvergleich zwischen Halle sofort mit Aufzug und Halle mit nachträglich eingebautem Aufzug nicht möglich. Oder wurde er wegbeschlossen? Auf welcher Grundlage? Haben die Entscheidungsträger tatsächlich geglaubt, dass man Barrierefreiheit weglassen kann, nur weil das vielleicht billiger sein könnte? Wie man jetzt sieht, war das ein teurer Irrtum. Vielleicht wurde er weggeplant? Aus „zunächst verzichtet“ wurde offensichtlich der falsche Schluss gezogen, dass man den Aufzug überhaupt nicht mehr einplanen muss. Wurde er am Ende weggenehmigt? Von der Pflicht, barrierefrei zu bauen, können nur im Einzelfall Ausnahmen zugelassen werden, wenn die Anforderungen nur mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können. Vielleicht wird irgendwann für den Aufzug mit einem weiteren Umbau und einem immensen finanziellen und zeitlichen Mehraufwand eine notdürftige Lösung gefunden. Wo jetzt noch der Satz gilt „Barrierefreiheit hat keinerlei Tradition in Nürtingen“, würde ich mir wünschen, dass dieses Thema in jedem Projekt von Anfang an mitgeplant und umgesetzt wird. Das wird sowohl der Stadtgesellschaft als auch der Stadtkasse zugutekommen.

Leserbriefe

Crowdfunding zur Finanzierung

Barbara König, Nürtingen. Zum Artikel „Massive Kritik am Planer“ vom 18. November.

Es ist eine Unverschämtheit gegenüber uns Steuerzahlern, dass die Stadtoberen weiterhin gewillt sind, überteuerte Prestigeobjekte zu finanzieren. Da es nicht gelang, das Hölderlinhaus unter…

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