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Warum findet kein Geländetausch statt?

28.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Breite Zustimmung für Wasen-Bebauung“ vom 19. Dezember. Zehn Jahre hat der Gemeinderat sich Zeit gelassen, um für „dringend“ benötigten Wohnraum einen „Schatz der Stadt“ unwiederbringlich zu zerstören mit dem plötzlich eiligen „Grünen Licht“. Wieder wurde eine Chance vertan, zum Gemeinwohl beizutragen und den jungen Menschen ein Stück Zukunft zu erhalten, für die sich die Jugend mit „Fridays for Future“ und viele andere Menschen so engagiert einsetzen. Entsetzt lauschten die vielen Bürger den Rechtfertigungen der Mehrheits-Repräsentanten für ihre langjährige „demokratische Begleitung“ dieses Prozesses, den auch der neue Bürgermeister Dr. Fridrich in sorgfältiger Fleißarbeit „nach Aktenlage“ aufbereitet hat, wie er in seinem mündlichen Vortrag betonte.

Sein Fazit: „Pacta sunt servanda“ – Verträge müssen eingehalten werden und deshalb sei neues Nachdenken nicht möglich. Kai Hansen hat in seinem Leserbrief vom 21. Dezember eine Alternative vorgeschlagen, die in den Akten wohl nicht lag und auch nicht in den Beiträgen der Gemeinderäte: „Ein Geländetausch mit dem Landkreis beziehungsweise Investoren kann angeboten und verhandelt werden. Damit ist auch der nötige Wohnungsbau zu erreichen.“ Also gibt es doch eine vernünftige Alternative für das Wasen-Gelände, bei der für den Investor keine Nachteile auftreten und der Wohnungsbau sozial und bedarfsgerecht starten kann. Dringende Frage: Wurde diese sinnvolle und logische Lösung mit dem Landrat und dem Investor besprochen und wenn ja: Mit welchem Ergebnis? Außerdem wurde der Wasen im Vertrag von 1950 dem Landkreis überlassen, um dort das Psychiatrische Krankenhaus zu betreiben. Nachdem diese Nutzung entfallen ist, gehört das Gelände am Neckar wieder zu Nürtingen, auch wenn der alte Vertrag das nicht eindeutig geregelt hat.

Wieso wurde es vom Landrat einfach an den Investor verkauft – ohne Nürtingen? Eine Frage mehr zur Klärung bei der Alternative „Geländetausch“, die ganz neue und positive Beschlüsse im Gemeinderat Nürtingen möglich macht.

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