Leserbriefe

Vortrag hatte Stärken und Schwächen

16.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thaddäus Kunzmann, Nürtingen. Zum Kommentar „Schwarz-Weiß ist zu einfach“ vom 7. Januar. Der Kommentar von Frau Gierlichs zum Neujahrsempfang der CDU Nürtingen ist eine völlige Verzerrung von Vortrag und Diskussion. Weder der Referent noch die Zuhörer boten Anlass, die Keule des Populismus, die auch immer mit dem Vorwurf einer latenten Ausländerfeindlichkeit gepaart ist, zu schwingen. Über die Islamisierung auch in Deutschland, die sich in Ausschreitungen mit niedergestochenen Polizisten und in misslungenen Bombenattentaten bemerkbar macht, muss geredet werden können!

Der Vortrag von Franz Feyder hatte Stärken und Schwächen. Seine Stärke war für mich die Darstellung der Ereignisse in Nordafrika und vor allem im Vorderen Orient im Zusammenhang. Wenn der arabische Frühling im Ergebnis zum Beispiel in Ägypten in die Wahl eines Muslimbruders mündet, ist das für mich eine schlechte Entwicklung. Dies ist für mich Anlass, den arabischen Frühling auch in den anderen Ländern kritisch zu hinterfragen. Eine weitere Stärke war sein Beleg, dass der Salafismus in Deutschland nicht mehr alleine ein Thema für zugewanderte Muslime ist, sondern auch für junge Deutsche, die konvertieren. Wie kann ein Hetzer wie Pierre Vogel in den Talkshows bei ARD und ZDF herumgereicht werden?

Der Vortrag zeigte dort Schwächen, wo es um die Folgerungen ging. Die Islamisierung ist nicht alleine mit gut arbeitenden Sicherheitsbehörden zu bewältigen. Und die Antwort auf die Frage, warum junge Deutsche zum Salafismus konvertieren, kann nicht auf fehlende Werte in der Schule und in den Familien reduziert werden. Mindestens gleichermaßen muss die Vorbildfunktion von Politik, Wirtschaft und Managern, Werbung, Kirchen und Journalisten hinterfragt werden. Definiert sich unsere Gesellschaft zu sehr durch Gewinn und Einkommen? Wer sich als junger Mensch zum Salafismus bekennt, der sucht doch in Wirklichkeit Sinn und Werte, die wir ihm offensichtlich nicht bieten. Der Referent beim CDU-Neujahrsempfang hat viele meiner Fragen beantwortet. Neue Fragen sind entstanden. Diese können nun in weiteren Veranstaltungen geklärt werden.

Leserbriefe

Den Abwärtstrend selbst verursacht

Dr. Wolfgang Bone, Lenningen-Gutenberg. Zum Artikel „SPD auch mit Scholz und Nahles im roten Bereich“ vom 19. Mai. Der Abwärtstrend der SPD mag bedauerlich sein, auch wenn jemand nicht unbedingt Anhänger dieser Partei ist. In einem Leserbrief vor einigen Monaten hatte ich schon vor diesem…

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