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Vorgehensweise wird abgelehnt

14.12.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz Vogel, Oberboihingen, Gemeinderat. Zum Artikel „Kontroverse Sichtweise zur Vorreiterrolle“ am 6. Dezember. Ich bin der Überzeugung, dass fast alle Baden-Württemberger wie man sagt „ihr letztes Hemd“ hergeben würden, wenn sie damit der Umwelt etwas Gutes tun könnten. Nun soll das Gemeinschaftsklärwerk Wendlingen (GKW) auf die sogenannte vierte Klärstufe hochgerüstet werden. Wer könnte da in einem aufgeklärten Land dagegen sein? Wahrscheinlich kaum einer.

Entscheidend in diesem Fall einer Freiwilligkeitsleistung ist die Vorgehensweise, die bedenklich ist. Rund einhunderttausend Bürger lassen ihr Abwasser im GKW klären. Es bleibt ihnen rein technisch gar nichts anderes übrig. Wenn nun so ein Monopolunternehmen eine Investition tätigen will, die zwar unbestritten Sinn macht, aber nicht vorgeschrieben ist und den Abwasserpreis über die „harmlose Umlage“ von drei Cent pro Tag und Bürger erhöht, was immerhin rund 26 Cent pro Kubikmeter sind (nicht wie fälschlicherweise im Artikel mit 0,26 ct/m³ angegeben!), hat es gefälligst dafür zu sorgen, dass alle betroffenen Bürger, die ja keine Chance haben dem zu entrinnen, rechtzeitig im Vorfeld informiert sind, damit man als Gemeinderat auch die Möglichkeit hat eine Stimmung abzufragen.

Deutschland führt im europäischen Vergleich mit Abstand. 96 Prozent der rund 10 000 Kläranlagen haben eine dritte Klärstufe. Gerade mal eine Handvoll betreiben eine vierte Klärstufe, hauptsächlich aus besonderen Gründen spezieller Industrieabwässer. Die Umrüstung aller Kläranlagen in Deutschland würde einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag verschlingen. Von Europa will ich mal nicht reden. Die Vorgehensweise, drei Wochen vor Weihnachten innerhalb von zehn Arbeitstagen den elf Gemeinderatsgremien der Mitglieder eine Zustimmung abzutrotzen mit dem Damoklesschwert, dass es nächstes Jahr keine Zuschüsse mehr gibt, ist abzulehnen.

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