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Leserbriefe

Von der Traumwelt in die Realität

06.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Johannes Ottenwälder, NT-Neckarhausen. Zum Leserbrief „Zweifel dürfen erlaubt sein“ vom 4. Mai. Frau Pfuderer verewigt sich mal wieder in ihrer alten Heimat, es sei ihr vergönnt. Offensichtlich kann sie sich von ihren Wurzeln ebenso wenig trennen wie von ihrer Passion für einen veralteten Kopfbahnhof. Sie bezeichnet die S 21-Befürworter als Gegner eines funktionierenden Konzepts und damit hat sie recht. Wir sind gegen ein Konzept, das zwar heute funktioniert, aber die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht hat. Auch wenn Expertendarsteller Sittler auf der letzten Montagsdemonstration wieder behauptet hat, zur Spitzenstunde führen heute über 50 Züge in Stuttgart, so lassen sich diese im Fahrplan einfach nicht finden, es sei denn Herr Sittler hat Ankünfte und Abfahrten addiert.

Solche Tricksereien helfen leider in keiner Weise, die Kapazitäten in der realen Welt zu erhöhen und kein Pendler, der täglich nach Stuttgart muss, kann mit einem der 13+X Sittler’schen Geisterzüge fahren. Genauso eine Träumerei ist Frau Pfuderers Barrierefreiheit am Stuttgarter Hauptbahnhof. Frau Pfuderer hatte mich zwar in einem ihrer Leserbriefe im Herbst eingeladen, den Hauptbahnhof zu begehen. Leider sagte sie diesen Termin kurzfristig ab. Bis heute scheint Frau Pfuderer – als Bezirksbeirätin von Stuttgart Mitte – es nicht geschafft zu haben, sich die Realitäten der Barrierefreiheit anzuschauen.

Nach wie vor kann man den Stuttgarter Hauptbahnhof, barrierefrei, nur über den Nordausgang Richtung Taxi und Parkplatz verlassen, auch das K 21-Phantomkonzept wird daran nichts ändern können. Jeder Umsteiger zu Bus, U-Bahn oder S-Bahn, jeder der in die Königstraße möchte, hat von dieser Pseudobarrierefreiheit nichts. Dass ein Kopfbahnhof auch für Umsteiger mit weiteren Wegen verbunden ist, lässt sich leicht auch ohne Begehung nachvollziehen. Die Fahrpläne der Bundesbahn sehen nämlich zu Recht für Kopfbahnhöfe Umsteigezeiten von sieben, für Durchgangsbahnhöfe in der Regel von vier Minuten vor. Die Wege in Kopfbahnhöfen sind also fast doppelt so lang wie in Durchgangsbahnhöfen.

Auch wenn der Schritt für Frau Pfuderer nicht leicht und schon gar nicht barrierefrei sein wird, möchte ich ihr dringend nahelegen, den Weg aus ihrer Traumwelt in die Realität zu wagen, im Interesse eines modernen Personenverkehrs. Und vielleicht kann sie ja Herrn Sittler auf diesem Weg gleich mitnehmen.

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