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Leserbriefe

Viele Schwerkranke hoffen auf Spender

10.08.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ernst Eberle, Kohlberg. Zum Leserbrief Organspende und der Hirntod“ vom 7. August. Mit großem Entsetzen habe ich den Leserbrief von Herrn Andreas Roß gelesen. Da kämpft eine Menge von verantwortungsbewussten Menschen ehrenamtlich darum, andere davon zu überzeugen, wie wichtig ein Organspenderausweis ist. Viele Schwerkranke warten verzweifelt auf ein neues Organ. Ich selbst habe dies alles durchgemacht und habe seit elf Jahren eine neue Leber und lebe seither gesund und ohne Einschränkung.

Herr Roß hat keine Ahnung von dem, was er schreibt. Hätte er nur das Transplantationsgesetz gelesen, dann hätte er diesen gefährlichen Unsinn nicht zu Blatt gebracht. Im Deutschen Transplantationsgesetz ist eindeutig geregelt (Amerika interessiert nicht): Organe dürfen in Deutschland nur bei Patienten entnommen werden, die am Hirntod verstorben sind. Der Hirntod bedeutet, dass das gesamte Gehirn (Großhirn und Stammhirn) irreversibel (unumkehrbar) zerstört ist und sich zunehmend verflüssigt.

Das Fehlen des Herzschlages ist kein sicheres Todeszeichen, denn durch Reanimation kann der Mensch unter Umständen wieder „zurückgeholt“ werden. Ein Mensch ohne jegliche Gehirnfunktion kann jedoch nie wieder in dieses Leben zurückkehren und empfindet auch keine Schmerzen mehr. Der Hirntod ist ein sicheres Todeszeichen.

Die Hirntoddiagnostik muss laut Gesetz im Falle einer Organspende von zwei Ärzten unabhängig voneinander nach einem genauen Protokoll durchgeführt werden. Beim Hirntoten wird die Herz- und Lungenfunktion (damit der Blutkreislauf) künstlich durch intensivmedizinische Maßnahmen aufrechterhalten und so die Organe in Funktion gehalten. Mit dem Abschluss der Hirntoddiagnostik steht der Todeszeitpunkt fest. Soll keine Organentnahme erfolgen, werden die „Maschinen“ direkt abgeschaltet. Im Falle der Organentnahme werden die unterstützenden Maßnahmen kurzfristig bis zur Organentnahme weitergeführt.

Sehr geehrter Herr Roß, Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, aber es muss auch mit großer Verantwortung gelebt werden.

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