Leserbriefe

Viele Gambier arbeiten inzwischen

03.02.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sven Rahlfs, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Gambia-Fieber im Neuffener Täle“ vom 28. Januar. Mal wieder hat Herr Hoffmeister mit braunem Schaum vor dem Mund einen Leserbrief gegen Flüchtlinge abgesetzt. Dass er dabei mit Halbwahrheiten fremdenfeindliche Stimmung schürt, ist ihm grade recht. Die Garagenwand wurde nicht mit politischen Parolen besprüht, sondern mit dem von Jugendlichen des Frickenhäuser Jugendhauses ins Bild gesetzten Wort „Welcome“.

Es waren übrigens nicht nur Frickenhäuser Jugendliche und Gambier ungezwungen fröhlich am Werk, sondern auch Menschen aus der Behindertenförderung in Linsenhofen. Das Konzert in der christlichen Kirche wurde nicht für sondern mit den Muslimen gestaltet und die Spenden aus diesem Konzert gingen zur Hälfte – und das waren immerhin über 2000 Euro – an die christliche Kirche. Die Gambier haben übrigens auch ein deutsches Lied gesungen, so wie die Musiker der anderen Musikgruppen englische Lieder gesungen haben. Musik ist nun mal international.

Dass ein Teil der Gambier schon zwei Jahre hier sind, haben sie nicht selbst zu verantworten, sondern unser völlig überforderten Bürokratie, die Jahre braucht, um Asylverfahren ins Laufen zu bringen und Monate, um Ausweise zu erstellen.

Es ist dem Leserbriefschreiber wohl entgangen, dass viele Gambier inzwischen arbeiten, manche für einen Euro in der Stunde, andere mit richtig bezahlter Arbeit – auf dem Bau, in der Schlosserei, im Lager, in der Chemiefabrik, in der Schreinerei, beim Malermeister, in der Altenpflege. Manche bereiten sich gezielt auf eine Arbeit vor oder machen eine Lehre. Unter anderem sorgten 60 von ihnen in den beiden letzten Monaten des Jahres 2016 dafür, dass alle Päckchen und Pakete rechtzeitig zum Weihnachtsfest unter dem Baum lagen.

Es wären noch viel mehr, die gerne für sich selber sorgen würden, statt dem Staat auf der Tasche zu liegen, wenn der Landrat in der Arbeits- und Ausbildungserlaubnis nicht so restriktiv wäre und die Bearbeitungszeiten der Ausländerbehörde des Landkreises nicht so elend lang.

Und woher der Leserbriefschreiber gar die Berechnung der Kosten für einen Flüchtling hernimmt, bleibt hinter seinem braunen Schleier verborgen. Vor wenigen Tagen erst war im Wirtschaftsteil zu lesen, dass die vielen Flüchtlinge einen großen Anteil am Wirtschaftswachstum des vergangenen Jahres hatten.

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