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Leserbriefe

Versöhnliche Geste des Schützenvereins

26.06.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Oliver Deutscher, Kronberg. Zum Artikel „Großkaliberschießen: Streit in Kohlberg“ vom 6. Juni. Mit Verwunderung, ja sogar Bestürzung lass ich den, von meinem Bruder mir zugesandten, Artikel zum Thema „Großkaliberschießen in Kohlberg“. Was hat denn ein traditioneller schwäbischer Schützenverein mit Waffen zu tun, mit denen man auf Elefanten- beziehungsweise auf Großwildjagd geht? In den Zeiten, in denen wir über Amokläufe, Waffenlieferungen, Selbstmordattentate reden, diskutiert eine ganze Gemeinde (zum Glück!) über die Vor- und Nachteile. Dabei kann es nur eine Entscheidung geben, und zwar pro dem Wohngebiet, den jungen Familien und den Anwohnern, die am Wochenende ihre wohlverdiente Ruhe und landschaftliche Entspannung suchen. Aber auch die Tiere – wie zum Beispiel die empfindlichen Singvögel, deren Brut- und Nisträume dadurch massiv beeinflusst wären.

Aber wie so oft zeigt sich auch an diesem Beispiel wieder die ganze politische Gemengelage in Bezug auf gesellschaftliche Themen. Da heißt es zum Beispiel „Wir sind bürgernah“, „Wir wollen Familie und Kinder unterstützen“, „Natur und Umwelt sind uns wichtig“. Wohnt vielleicht einer der Gemeinderäte, der Bürgermeister, seine Verwandten oder Schützenvereinsmitglieder selbst im Wohngebiet Im Grund in Kohlberg? Welchen Nutzen und Sinn bringen Großkaliberschießveranstaltungen der Gemeinde oder den Bürgern, die nicht im Schützenverein Mitglied sind?

Natürlich muss man alle Interessen und Meinungen immer sorgsam beurteilen, Lösungsalternativen suchen und bewerten. Vereine müssen sich entwickeln können und alle haben natürlich die gleichen Rechte, aber auch Pflichten. Letztendlich müssen aber auch Entscheidungen getroffen werden. Hier hat der Bürgermeister zumindest ein klares Signal für den Sommer 2013 gegeben.

Ich hoffe und wünsche es sowohl für die Anwohner und direkt Betroffenen als auch für die gesamte Gemeinde Kohlberg, dass der Schützenverein sich eines Besseren besinnt und von sich aus die „Größe“ und „Einsicht“ erbringt, das Projekt „Großkaliberschießen“ fallen zu lassen. Die Spaltung der Gemeinde und die erhitzten Gemüter sind warnende Anzeichen genug, sich schnellstmöglich darüber klar zu werden. Dies wäre keine Niederlage für den Schützenverein, sondern meiner Meinung nach vielmehr eine Geste der Versöhnung und Weitsicht, die zum Wohle aller Bürger der Gemeinde Kohlberg einen würdigen Abschluss bieten würde.

Leserbriefe

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