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Verkehrskonzept für Nürtingen

27.01.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andreas Bierlein, Nürtingen. Sich an den alten Werten der Fortbewegung durch den motorisierten Individualverkehr festklammern zeigt nicht erst seit dem heutigen Tag, dass unsere Straßen hoffnungslos überlastet sind. Die erhoffte Erleichterung durch ein Verkehrsrechnersystem, das vor Jahren für teures Geld eingeführt wurde, hat nicht die erwünschte Erleichterung gebracht. Zu wenig kontinuierliche Schaltungen der Ampelanlagen auf den Hauptverkehrsadern bremsen den Autoverkehr unnötig aus. Dafür werden auf den Nebenstrecken und auch im inneren Stadtbereich durch dieses Prinzip die Radfahrer und auch die Fußgänger mit langen Wartezeiten belohnt und an einigen Stellen sogar daran gehindert, in einem Zug über die Straße zu kommen.

Ortskundige Autofahrer nehmen lieber den Weg durch den inneren Stadtbereich, da sie so Zeit einsparen. Das wissen auch viele LKW-Fahrer, die oft ohne triftigen Grund auf den Nebenstrecken fahren und den inneren Stadtbereich durchqueren. Sie behindern den Verkehr zusätzlich, obwohl unsere Industriegebiete über die Tangenten erreichbar sind. Diese Erkenntnis, mehr Platz für alternative Verkehrsmittel zuzulassen, ist inzwischen durch ein Umdenken in der Stadtverwaltung angekommen.

Einen Anfang dafür werden wir mit dem Stadtbalkon in diesem Jahr noch testen können. Ob die Lebensqualität ohne eine starke Frequentierung des motorisierten Verkehrs sich steigern wird, steht für mich außer Frage, da wir eine zusätzliche verkehrsfreie Zone bekommen, die es möglich macht, Nürtingen aus vielen anderen und angenehmeren Perspektiven zu erleben. Diesen mutigen Schritt haben wir letztendlich unserem Oberbürgermeister Dr. Fridrich und allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben, zu verdanken.

Unsere Freiheit darf nicht nur auf eine Art der Fortbewegung festgelegt werden. Jedem Einzelnen muss gewährleistet werden, sich auch in den restlichen Stadtgebieten für sein passendes Verkehrsmittel entscheiden zu können. Dafür braucht es ein neues Verkehrskonzept, weil sich in den letzten Jahren viel verändert hat. Man beachte nur die starke Zunahme von E-Bikes. Mit der Begründung Altes, was uns schon einmal Geld gekostet hat und aus unerklärlichen Gründen in den Schubladen vom Rathaus verschwunden ist, hat den Bürgern unserer Stadt noch nie geholfen, wenn dieses erst abgearbeitet werden muss. Auch hier gehört der Mut dazu, damit die alten Ausgaben nicht ganz vergebens waren, neue Finanzierungen in die Hand zu nehmen und einen fertigen Plan zu erstellen, der allen Bürgern in ihrer Mobilität gerecht wird. Es stimmt: in der Vergangenheit wurde sehr viel Geld durch die Stadt verpulvert, aber nicht alles hat den Bewohnern Vorteile gebracht und das sehe ich mit einem neuerlichen Verkehrskonzept total anders.

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