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Vereinbarkeit von Familie und Beruf

28.06.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Artikel „Geschenke unter Vorbehalt“ vom 24. Juni. Die CDU glaubt wohl immer noch, Scharen von Stammwählern mobilisieren zu können, wenn sie finanzielle Wohltaten für die Familien ankündigt. Nur geht die CDU von einem antiquierten Familienbild aus!

Wir haben heute in diesem Lande eine große gesellschaftliche Vielfalt von Familienmodellen – von der „Mutter-Vater-Kind-Ehe“ über die „Patchworkfamilie“ bis hin zu der Homo-Ehe mit Kindern ist alles vertreten.

Den sehr unterschiedlichen Ansprüchen und Bedürfnissen dieser sehr verschiedenen Lebensgemeinschaften kann mit mehr Geld allein nicht geholfen werden. Frau Merkels Vorschlag lässt aufhorchen, denn nicht erst kurz vor der Bundestagswahl hätte der Bürger gerne ein bedarfsgerechtes, finanzierbares, effizientes und gerechtes Familienförderungsmodell gesehen. Jetzt sollen Steuerfreibeträge für Kinder in Höhe von 7008 Euro auf das Niveau für Erwachsene Euro (8130 Euro) angehoben werden. Davon profitieren besonders besser verdienende Eltern.

Je höher das Einkommen, desto besser fallen die Steuerersparnisse dieser Eltern aus. Diese Steuerersparnisse sind meist höher als das Kindergeld für Normalverdiener. 14 Prozent aller Kinder bis 15 Jahre gehen komplett leer aus: Bei Familien, die Hartz IV beziehen, wird nämlich das Kindergeld als Einkommen von den staatlichen Leistungen wieder abgezogen. Es ist zutiefst würdelos, wenn Frau Merkel behauptet, durch ihre Vorschläge werde „gewürdigt, wenn Menschen sich für Kinder entscheiden“. Zwar kann nicht wegdiskutiert werden, dass immer weniger Ehepaare Kinder bekommen. Frau Merkel hätte es in den letzten acht Jahren in der Hand gehabt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Das von der rot-grünen Fischer-Schröder-Koalition seinerzeit zum Nachteil der Arbeitnehmer geänderte Arbeitsrecht war ein Einfallstor für vermehrten arbeitsbedingten Stress, schlechteren Kündigungsschutz, niedrige Löhne, niedrige Renten und Arbeits-losigkeit.

Es ist nicht bekannt, ob und wann Frau Merkel zumindest versucht hätte, hier Verbesserungen herbeizuführen. Eine CDU-Kanzlerin, die ihre Hausaufgaben in der Familienpolitik nicht gemacht hat, erntet verdientermaßen Spott, Unverständnis und Kritik über ihren plötzlichen Aktionismus.

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