Leserbriefe

Unterschied zwischen Trauung und Segnung

04.04.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Homosexuelle Paare erhalten den Segen“ vom 25. März. Vielfältige Reaktionen und ein Wechselbad der Gefühle konnte ich während der Frühjahrstagung der Landessynode erleben – das Fazit: es gibt bestenfalls auf den ersten Blick Grund zu jubeln!

Es braucht auch keinen zweiten Blick, denn Landesbischof Dr. July bekennt sich in seiner Rede frohen Mutes dazu, dass diese Kirche Gleiches, also Ehen, ungleich behandelt. Sonst müsste nicht zwischen Trauung und Segnung unterschieden werden. Lesben, Schwule und nicht binäre Paare werden also weiter diskriminiert, dies auch noch mit Stimmen der linksliberalen Offenen Kirche.

LSBTTIQ-Menschen sollen also satt werden von den Brosamen, die von des Herren Tische fallen, während Ehen aus Mann und Frau unabhängig von Kinderwunsch getraut werden! Hier liegt nämlich das Abstandsgebot begründet, nachdem die Hetero-Ehe getraut und alle anderen Ehen nur gesegnet werden! Als heterosexuell lebende Transfrau würde ich mit einem Mann getraut, als Lesbe nur gesegnet! Nur um die Absurdität dieses „Abstandsgebots“ zu erklären.

Was wurde also wirklich und um welchen Preis erreicht? Endlich, 50 Jahre nachdem in der BRD homosexuelles Leben nicht mehr per se strafbewehrt ist, dürfen maximal 25 Prozent der Gemeinden in dieser Landeskirche straffrei segnen! Hier wurde mit dem Linsengericht des straffreien Segens die Verstetigung der Diskriminierung erkauft. Jakob und Esau lassen grüßen. Der Undank von Lesben und Schwulen sollte der Kirche gewiss sein!

Der Undank darf sich aber nicht im Weglaufen ausdrücken, dann haben die Rechts-Evangelikalen ihre Einheit in grauer Einfalt. LSBTTIQ-Menschen müssen die Kirche von innen verändern, am 1. Advent wählen gehen, für Listen kandidieren, die eine offene Kirche wollen und in Regenbogengemeinden mitarbeiten, dort Gesicht zeigen. In Nürtingen sind das neben meiner heimatlichen Lutherkirche auch die Stadtkirche und die Stephanuskirche, die den Weg der Vielfalt gehen!

Leserbriefe

Der Abstand zu den Windkraftanlagen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Standorte in der Region vom Winde verweht“ vom 14. Juni. Wenn man den BW-Windatlas 2019 einmal anschaut, stellt man fest, dass darin für die betrachteten Windhöffigkeiten die maximale Nabenhöhe der Windkraftanlagen von 160 Meter auf 200 Meter angehoben…

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