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Leserbriefe

Unter dem Deckmantel der Aufklärung

28.07.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Steinkamp, Neckartailfingen.

Nach dem Gender-Wahn nun der Antisemitismus-Wahn? Ernst Moritz Arndt muss es geahnt haben, als er diese Zeilen in ein wunderschönes Kirchenlied hineinschrieb: „. . . wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt . . .“.

Nun also nach dem Gender-Wahn der Antisemitismus-Wahn und der Dichter mittendrin. Zusammen mit dem Grafen Eberhard von Württemberg. Diese üblen Anti-Semiten! Wie konnte dieser Abschaum überhaupt in die Geschichts- und Gesangbücher geraten?

In Tübingen scheiterte die Umbenennung der Eberhard-Karls-Universität hauchdünn an einer Stimme im Senat. Uni Tübingen – war das nicht immer die Elite der Eliten im Land der Dichter und Denker? Europa und die Welt stehen am Abgrund und diese geschichtsvergessene Intelligenzia hat nichts Besseres zu tun, als unter dem Deckmantel der Aufklärung in der Gesinnung längst verblichener, fehlbarer Figuren unserer Geschichte zu forschen, um ihr Andenken überall in unserem Alltag zu löschen – in Namen von Institutionen, Straßen, Plätzen und klar: Denkmälern.

Trifft es als Nächstes Martin Luther? Die Lutheraner sollten schon einmal Arbeitskreise für die Suche neuer Namen für die zahllosen Luther-Straßen und Luther-Kirchen finden. Und natürlich seinen Namen überall in der Literatur und in Gesangbüchern schwärzen.

Die gerecht und billig denkende Schweigende Mehrheit der Deutschen, also die Menschen, die sich den normalen Verstand bewahrt haben, fand es natürlich gut, dass in Kassel auf der Documenta das üble die Juden beleidigende Wimmelbild entfernt wurde. Dieser Teil unserer Gesellschaft fragt sich aber durchaus auch, ob nicht auch der ganze Rest nach dem Motto „ist das Kunst oder kann das weg“ entsorgt gehört hätte.

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