Leserbriefe

Umweltverträglicheren Standort suchen

27.01.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heike Gantke, Großbettlingen. Zum Artikel „Falscher Standort für die Biogasanlage“ vom 20. Januar. Da Herr Gottwald die von der Bürgerinitiative BISS genannten raumordnerischen Einwände nicht verstanden hat, dazu noch einmal in Kürze: Es handelt sich bei dem Standort „Großbettlinger Gatter“ um eine Fläche im Regionalen Grünzug, die im Biotopverbund einen Landschaftskorridor für wandernde Tierarten darstellt und die eine Vorbehaltsfläche für landwirtschaftliche Nutzungen ist. Darüber hinaus ist sie für die nächtliche Kaltluftproduktion und Frischluftzufuhr insbesondere der Nürtinger Siedlungsbereiche von Bedeutung. Zahlreiche Träger öffentlicher Belange haben erhebliche Bedenken gegen die Zielabweichung geäußert. Wenn sich jemand abseits regionalplanerischer Argumentation bewegt, dann ist es das Regierungspräsidium Stuttgart.

Die Notwendigkeit, im Verdichtungsraum die letzten freien Flächen zu sichern, wird von dort nicht gesehen. Stattdessen werden Regionale Grünzüge und landwirtschaftliche Flächen zum Abschuss freigegeben, und Nürtingen erhält zusätzlich zum Gewerbeschwerpunkt Großer Forst ein Industriegebiet im Freiraum. Dabei wäre eine Freihaltung des Großbettlinger Gatters gerade als Ausgleich zum Gewerbeschwerpunkt für Landwirtschaft und Klima von Bedeutung.

In diesem Artikel fehlt zudem der wichtige Hinweis, dass in Großbettlingen nicht etwa diffuse Ängste vor Geruchsbelästigungen umgehen, sondern dass zu diesem Thema ein Gutachten (erstellt im Auftrag der Stadtwerke) vorliegt. Dessen Ergebnisse dürften auch die Bewohner des Enzenhardts interessieren. Denn wer hätte gedacht, dass durch die Errichtung der Anlage im Großbettlinger Gatter für diese Siedlung sogar größere Belästigungen zu erwarten sind als bei einer Realisierung im Großen Forst? Aber der Stadt Nürtingen sind (noch nicht vorhandene) Wohnnutzungen im Gewerbegebiet offensichtlich wichtiger. Für dieses Vorhaben wäre es zumutbar und vernünftigerweise geboten, einen umweltverträglicheren Standort in der Region zu suchen.

Leserbriefe