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Leserbriefe

Umdenken ist notwendig

05.04.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ralf Epple, Kohlberg. Zum Artikel ADFC: Klimawandel zwingt zum Radfahren vom 2. April. Diesen Artikel habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen. Ich stimme zu, dass der Klimawandel neben einem allgemeinen Umdenken des Verbrauchers auch zum Radfahren zwingt. Nun möchte ich aber diesen Zwang nicht so stehen lassen, da sich eben nicht alles erzwingen lässt, zum Beispiel bei Pendlern, die niemals weite Strecken zur Arbeit fahren könnten. Dennoch appelliere ich an Kurzstreckenautofahrer, doch bitte die Alternative Fahrrad regelmäßig in Betracht zu ziehen, sofern es die Umstände zulassen. Gerade auf Kurzstrecken ist die Umweltbelastung durch den motorisierten Verkehr am stärksten. Und man tut auch noch etwas für seine Gesundheit. Denn die durchschnittliche Jahresfahrleistung von angeblich 300 Kilometern wird vor allem von Radsportlern mit 5000 bis 30 000 Kilometern hochgepusht.

Ich kenne Leute, die wirklich sportlich sind, aber nicht mal ein Rad besitzen. Dieser wünschenswerte Gedankenwandel erfordert aber auch ein Umdenken der Autofahrer. Fahrräder sind Fahrzeuge und Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen. Radwege sind nur dort zulässig, wo sie aus Gründen der Sicherheit unverzichtbar sind. Linksseitige Radwege sind grundsätzlich nicht erlaubt. Wie immer gibt es auch hier Ausnahmen, die in unserem Ballungsraum die Regel sind. Überall Radwege, auf denen man nicht nur langsam vorankommt, sondern auch sich und andere gefährdet. Selbst gute Radwege beinhalten ein bis zu zwölffach höheres Unfallrisiko für Radfahrer, was auch dem Bund bekannt ist. Geisterradler und unachtsame Fußgänger sind die Normalität.

Doch an den wenigen wichtigen Stellen, wie zum Beispiel den Aufstiegsstraßen in den Süden von Stuttgart, gibt es keine Radwege, hier müssen sich die wenigen Hartgesottenen in den brutalen Verkehr stürzen. Bergauf mit Tempo 10 kein Vergnügen, auch nicht für Kfz-Fahrer. Ich bitte demnach die Autofahrer, doch bitte Rücksicht auf Straßenradler zu nehmen und die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Denn Fahrräder haben eigene Bewegungsgesetze und direkte Lenkung. Hindernisse können sie nicht so ohne weiteres überfahren und außerdem birgt der Winddruck eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Bei den Verkehrsplanern ist ein Umdenken hinsichtlich unverständlicher Fahrverbote über die Körschtalbrücke bei Nellingen oder durch den Flughafentunnel erforderlich.

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