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Über den Tellerrand hinausblicken

24.05.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Walter Baral, Neckartenzlingen. Das Schulzentrum Neckartenzlingen (Gymnasium, Realschule, Werkrealschule) steht seit Jahren im Fokus. Die verschiedenen Schularten besuchen Schülerinnen und Schüler nicht nur aus Neckartenzlingen, sondern auch aus anderen Gemeinden rund um Neckartenzlingen. Diese Bildungseinrichtung in der Fläche wird von Eltern mit schulpflichtigen Kindern gerne in Anspruch genommen. Alle reden von Bildung. Wir haben diese Einrichtungen am Ort. Die Eltern bauen darauf, dass dies auch weiterhin so bleibt. Und Neckartenzlingen ist sich dieses Wertes bewusst.

Bildung soll möglichst wenig oder gar nichts kosten. Das ist richtig, wenn damit die Schüler gemeint sind. Schulen kosten Geld und finanzieren sich damit nicht von selbst. Dafür ist zunächst der Schulträger, also die Standortgemeinde zuständig. Neckartenzlingen kann nach Ansicht der Verwaltung und des Gemeinderats die anfallenden Kosten nicht mehr alleine schultern. Auf die Argumente des Für und Wider will ich hier nicht eingehen.

Die Argumentation der vehementen Beteiligungsgegner ist jedoch dürftig und geht von völlig falschen Voraussetzungen aus. Den „Ersten Bürgern“ am Ort sollte doch bekannt sein, dass im Finanzausgleichsgesetz (§ 17 FAG) auch der Ausgleich von Sonderlasten geregelt ist. Hierunter fällt der Schullastenausgleich, der besagt, „dass das Land die persönlichen Kosten der Landesbediensteten trägt, der Schulträger die übrigen Kosten. Dieser Sachkostenbeitrag wird so bestimmt, dass ein angemessener Ausgleich der laufenden Schulkosten geschaffen wird“.

Hier ist also von einer 90-prozentigen Deckung nicht die Rede, sondern nur von einer angemessenen Höhe. Alles andere sind Interpretationen, die einer objektiven Prüfung nicht standhalten. Dieser sogenannte Sachkostenbeitrag ist Teil des Steueraufkommens von ganz, ich betone: von ganz Baden-Württemberg. Die Berechnung der Bürgermeister mag aus deren Sicht richtig sein, sie ist jedoch unseriös und geht von einer „grottenfalschen“ Ausgangsbasis aus. Wenn Gemeinderäte sich auf diese Argumentationsart einlassen, die Aussagen der Bürgermeister ohne eigene Nachprüfung übernehmen und sogar Schularten in Neckartenzlingen infrage gestellt werden, ist eine konstruktive und befriedigende Lösung des Finanzproblems sehr infrage gestellt.

Wie habe ich eingangs geschrieben? Bildung kostet Geld. Bildung ist notwendig, notwendiger denn je. Wer Bildung in nächster Nähe seines Heimatortes erhalten kann, ist uns später dankbar. Kleinkariertes Denken ist nicht gefragt, sondern ein Denken über den Tellerrand hinaus. Ich wünsche mir Gemeinderäte mit Weitblick.

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