Leserbriefe

Trumps Sprache und die Armut Afrikas

20.01.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Schmücker, Nürtingen. Zum Leserbrief „Donald Trump und die Entwicklungshilfe“ vom 18. Januar. Man kann über den Erfolg und Misserfolg westlicher Entwicklungshilfe streiten. Man kann über den Grad der Korruption in vielen Drittweltländern in Verzweiflung geraten. Dies alles entschuldigt nicht, dass ein US-Präsident El Salvador, Haiti und einige afrikanische Länder als „Shithole Countries“ bezeichnet, was mit Drecksloch-Länder noch harmlos übersetzt ist. Peter Kreuzhof freut sich feixend, dass da jemand den „verschleiernden Vorhang der political correctness aufzieht“. Das ist falsch.

Der US-Präsident hat aus seiner Machtposition heraus würdelos, ohne Anstand und Respekt andere Länder beleidigt. Er beschädigt damit jegliche politische Kultur und sein Amt. Das hat nichts mit political correctness zu tun, sondern damit, wie auch wir miteinander umgehen sollten. Mehr noch. Sein Zusatz, dass man doch besser Einwanderer aus Norwegen hereinlassen solle, zeigt schlicht, dass er nordische Physiognomie brauner, dunkler oder schwarzer Hautfarbe vorzieht. Und zwar generell und grundsätzlich. Dafür gibt es ein Wort: Blanker Rassismus, im höchsten Staatsamt der westlichen Welt.

Peter Kreuzhof hat recht: Die Kolonialzeit ist vorbei. Trotzdem geht die Ausbeutung Afrikas weiter. Ein Kontinent mit einer reichen Kultur, unfassbaren Naturschönheiten und wertvollen Bodenschätzen. Aber bis heute gebeutelt durch interne Konflikte, bei denen häufig externe Wirtschaftsinteressen eine Rolle spielen. Die USA, China, die EU, Russland, wer immer auf diesem Kontinent seine Interessen verfolgt, befeuert die vergiftende Korruption der afrikanischen Eliten. Bei vielen Vertragsabschlüssen gibt es dann die schicke Luxuslimousine oben drauf, gerne aus deutscher Produktion.

Unser Konsum, wird mit der Armut Afrikas erkauft. In jedem Smartphone stecken Rohstoffe, die dort abgebaut werden. Wir kommen nicht darum herum: Es ist nicht weniger Entwicklungshilfe notwendig, sondern andere. Wenn das nicht gelingt, kann Peter Kreuzhof seine Hoffnung auf weniger Flüchtlinge getrost in die Tonne treten. Und noch was: Das Entsetzen über den präsidialen verbalen Ausfluss stammt nicht von der links orientierten Journaille, wieder falsch. US-Senator Cary Booker nennt die Rhetorik seines Präsidenten „brutal und vulgär: Diese Sprache ist eine eiternde Wunde. Wenn sich Ignoranz mit Fanatismus und Macht vereinen, ist dies eine Gefahr für unser Land“. Es ist diese Sprache, die auch unsere Gesellschaft vergiftet!

Leserbriefe

Die USA und der Strafgerichtshof

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zu den Artikeln „USA drohen Richtern mit Einreisesperren“ und „Bundeswehr in Syrien“ vom 11. September. Dass Richter und Strafverfolgungsbehörden von Drogenkartellen, Mafiosi und in Bananenrepubliken bedroht werden, ist nichts Neues. Völlig neu ist jedoch…

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