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Leserbriefe

Traurige Botschaft der katholischen Kirche

10.06.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Roswitha Oberländer, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Kirche am toten Punkt - Kardinal Marx will zurücktreten“ vom 5. Juni. Kardinal Marx hat den richtigen Schritt getan. Die Kirche ist an einem toten Punkt angekommen. Diese Erkenntnis ist schon längst überfällig und hätte schon nach Bekanntwerden des ersten Missbrauchsfalls erfolgen müssen. Durch diese Verzögerung mussten viele unschuldige Kinder daran glauben. Kardinal Marx setzt auf das Evangelium nicht auf das Amt. Späte Einsicht, aber dennoch der richtige Schritt. Es wäre nur logisch, wenn weitere Rücktritte folgen würden, wie zum Beispiel der Rücktritt von Kardinal Woelki. Die Kirche hat das Salz verloren, die frohe Botschaft des Evangeliums ist zu einer traurigen Botschaft verarmt. Die vielen Kirchenaustritte sind der Spiegel, der dem Geist der Kirche entgegengehalten wird. Das Volk ist nicht dumm. Wahrheit und Gerechtigkeit ist ihm wichtig, und es fühlt sich darin von den Oberhirten völlig alleingelassen. Warum wird ein Reformer und Kirchenkritiker wie Dr. Eugen Drewermann aus der Kirche geworfen, der ein wichtiger Baustein einer neuen Kirche geworden wäre?

Warum wird das Zölibat nicht abgeschafft und warum werden Frauen als Priesterinnen nicht zugelassen? Es steht geschrieben: „Es wird eine Zeit kommen, in der ihr mich nicht mehr in den Tempeln anbeten werdet, sondern im Geist und in der Wahrheit.“ Diese Zeit ist nun gekommen. Ich bete: „Dein Reich komme, die Kirche weiche.“

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