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Leserbriefe

Tierversuche sind ein Verbrechen

12.09.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „Forscher bestehen auf Affenversuche“ vom 5. September. Wenn ich als Kind eine Geschichte las, in der ein Kind oder ein kleiner Bär oder ein Kaninchen in einer hoffnungslosen Lage war und aus Herz- und Gedankenlosigkeit keine Menschenseele Hilfe bot, war ich entsetzt über diese Gleichgültigkeit.

Die Wirklichkeit heute ist nicht weniger schlimm. In Labors werden täglich Unmengen von Tieren bewusst gequält, oft nur, um sehr fragwürdige Experimente durchzuführen. In Massentierhaltungen für die Fleischwirtschaft und Pelzgewinnung herrschen Bedingungen, die nur noch mit allerschlimmsten menschlichen Erfahrungen vergleichbar sind. Das Wort gnadenlos, das heute so gerne verwendet wird, ist dafür bezeichnend. Die Menschen flehen Gott um Gnade für sich an. Mit den Tieren, teils auch mit Mitmenschen, gehen aber oft dieselben Menschen absolut gnadenlos um.

Eine Religion ohne Anerkennung derselben Rechte auf Leben und Freiheit für Mensch und Tier ist für mich eine Pseudoreligion mit rassistischer Ausprägung. Rassismus wurde von Völkern mit Duldung und Unterstützung durch religiöse Institutionen schon immer gelebt. Beispielsweise hatten wir (und haben es leider noch) das Sklaventum, das Auslöschen von Eingeborenen fremder Völker wie zum Beispiel in Amerika und so weiter.

Dass das Ausgrenzen und rücksichtslose Ausbeuten von Tieren auch eine üble Form von Rassismus ist, muss genauso einmal in den Köpfen der Menschen ankommen, wie es mit der Sklaverei geschehen ist und noch geschieht. Der Mensch hat kein Recht darauf, Tiere zu Versuchszwecken zu missbrauchen. Er hat kein Recht, sie einzusperren, sie zu töten, und er hat kein Recht, sie zu verspeisen. Er kann es tun, weil er der Stärkere ist, so wie er alles Unrecht tun kann, wenn er die Macht dazu hat. Und Argumente gibt es für alles genug. Das Herz spricht eine andere Sprache. Tierversuche sind ein Verbrechen an der Natur. Wir Menschen sind ein Teil der Natur. Dass die Menschheit einen Vorteil von den Tierversuchen hat, ist ein Trugschluss derer, die Natur nicht als Ganzheit sehen wollen oder können, sondern immer nur Teilbereiche betrachten. Ganz einfach gesagt: Liebe und Fürsorge für alle Wesen bringen der Menschheit und der Natur Segen, Herzlosigkeit und Gewalt bringen ihnen nur Leid.

Leserbriefe

Bahnnetz-Ausbau ist zentrales Thema

Matthias Gastel, Filderstadt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen. Zum Artikel „Viertelstundentakt nicht möglich?“ vom 16. November. Seit Jahren schon engagiere ich mich für einen besseren Bahnverkehr in unserer Region. Das weiß auch der Kollege Kenner (SPD) aus dem Landtag. Leider baut…

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