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Terrorismus nicht verschwunden

22.09.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Leitartikel „Ein hoher Preis für die Freiheit“ vom 11. September.

9/11 – 20 Jahre danach – wieder ein Tag zum Nachdenken über „Krieg gegen den Terror“, der schon wenige Tage nach dem rätselhaft präzisen Einsturz der Türme in New York begann. Unter Führung der USA wurde Afghanistan von der NATO besetzt. Auch die Bundeswehr war dabei, denn „Deutschlands Sicherheit wird am Hindukusch verteidigt“, verkündete der SPD-Verteidigungsminister. In den USA wurde ganz schnell der „Patriot Act“ beschlossen, der mit 342 Seiten bereits vorbereitet war. Damit war auch der lange geplante Krieg gegen den Irak möglich, für den eine „Koalition der Willigen“ gefunden wurde.

Zu den Kriegen, die Amerika nach 9/11 entfesselte, stellt Christoph Reisinger in dem Artikel fest, Zitat: „Werte, Maß und Orientierung blieben mitunter auf der Strecke. Mehr als alles andere stehen dafür der Betrieb des US-Folterlagers Guantanamo (…)“. Dort befindet sich auch der wichtigste Zeuge für den US-Untersuchungsausschuss, der als „9/11 Commission“ endlich nach einem Jahr mit 15 handverlesenen Teilnehmern eingerichtet wurde. 2004 wurde schließlich der „9/11-Report“ meisterhaft formuliert – ein weltweit verteilter Bestseller mit 580 Seiten, in dem die einzig gültige Wahrheit zu den Ereignissen um 9/11 festgelegt und verkündet wurde. Politik und Medien weltweit gehorchten willig den von der US-Regierung verordneten Fakten. Der Leitartikel von Christoph Reisinger beginnt ebenfalls mit der Aufzählung dieser Report- Fakten, die allerdings nie vor einem Gericht geklärt wurden. Auch den Hauptzeugen Khalid Scheich Mohamed, der in Guantanamo seine Geständnisse nach „verschärften Verhören“ durch die CIA preisgab, durfte vor der „9/11-Commission“ nicht gehört werden wegen „Geheimhaltung“. Auch 20 Jahre danach sind die vielen 9/11-Rätsel nicht aufgeklärt, beginnend mit dem Einsturz des WTC7-Hochhauses, das nicht einmal von einem Flugzeug getroffen wurde. Die BBC-Reporterin hat damals den Einsturz irrtümlich schon 20 Minuten früher berichtet, als das Gebäude hinter ihr noch unbeschädigt zu sehen war. Im offiziellen „9/11-Report“ wurde WTC7 gar nicht erst erwähnt. Alles sehr seltsam – aber der willkommene Anlass für den endlosen „Krieg mit Terror“ des US-Imperiums.

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