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Leserbriefe

Tendenziös und gegen Verbraucher

27.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Kreuzhof, Bempflingen. Zum Artikel „900 Millionen ohne sauberes Wasser“ vom 22. März. Eine Berichterstattung, wie sie tendenziöser gegen den einzelnen Verbraucher gerichtet und oberflächlicher bei der Problemdarstellung nicht sein kann, demonstriert der Bericht zum Wasserverbrauch. Ein echtes Ärgernis! Wie man liest, werden über 90 Prozent des Wassers für Kühlzwecke industriell verblasen. Wieso gibt es hierzu keine Empfehlungen der politischen Wichtigtuer und Verbraucherankläger? Nachdem in jedem Auto geschlossene Kühlsysteme gang und gäbe sind, frage ich mich, wieso in unserem technisch hochgerüsteten Staatswesen nicht schon längst solche Systeme in industriellen Anlagen eingesetzt werden?

Die Antwort heißt wahrscheinlich: Geht nicht, weil dann die Erträge für die internationalen Heuschrecken sinken. Es folgt die Frage: Wenn es gelänge, den Wasserverbrauch in unserem Lande um zehn Prozent zu senken, also um 2,8 Milliarden Kubikmeter, wie bringen wir an die 900 Millionen Menschen, die in der Sahelzone dürsten oder an Ganges, Brahmaputra oder chinesischen Flüssen, die gar keines oder nur selbstverkacktes Dreckwasser haben, unser sauberes Wasser hin? Regnet es dann in den Trockengebieten mehr? Steigt in Indien und der Sahelzone das Grundwasser? Wo sind die Tankschiffe für den Wassertransport?

Weil automatisch verbessert sich die Versorgungslage der Dürstenden um keinen Liter, selbst wenn wir unseren Wasserverbrauch auf null drehen würden. Und der Schwenk im Artikel zu den nutzlos produzierten Lebensmitteln verschleiert auch, dass nicht der Verbraucher der Hauptverursacher für die damit verbundene Verschwendung an Wasser und Ressourcen ist, sondern die tonnenweise Verfrachtung von Lebensmitteln in den Müll durch den Handel. Sicher sind wir letztlich alle für die Folgen unseres gesellschaftlichen Handelns verantwortlich. Die Reduzierung dieser Folgen auf den privaten Verbraucher in der öffentlichen Diskussion und Berichterstattung bleibt ein Ärgernis.

Leserbriefe

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