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Stuttgart?21 und das Phantomkonzept K?21

19.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Johannes Ottenwälder, NT-Neckarhausen. Zu den Leserbriefen „Neun Züge können gleichzeitig fahren“ und „Die Bürgergesellschaft braucht uns alle“ vom 13. Mai. Den Vortrag von Herrn Hopfenzitz habe ich mir durchaus angehört, allerdings habe ich dessen plakative Äußerungen auch hinterfragt. Dies sollte Herr Tempel auch mal tun und er erkennt sofort die Absurdität der Hopfenzitz’schen Rechnungen: Auf drei Ebenen im Bahnhofsvorfeld mit je zwei Gleisen sollen neun Züge gleichzeitig einfahren können? Und selbst wenn Herr Hopfenzitz das im Bahnhofsumfeld noch hinbekäme: auf den Stuttgarter Hauptbahnhof laufen derzeit lediglich fünf Gleise zu. Vier der neun Züge könnten deshalb bestenfalls die Strecke Hauptbahnhof–Abstellbahnhof bedienen. Das Interesse der Fahrgäste an dieser Relation dürfte sich in Grenzen halten. Klar fahren Züge immer, nachdem der Fahrer den ganzen Zug entlanggelaufen ist, vorwärts, aber auch sie müssen, wenn sie nicht dorthin zurückfahren, wo sie herkommen, andere Fahrspuren kreuzen und blockieren diese in der Zeit. Die Überwerfungsbauwerke entzerren diese Problematik zwar, lösen sie aber nicht. Ein Zug, der zum Beispiel von der Gäubahnstrecke nach Gleis 13 einfährt, blockiert die Gleise 4 bis 12 komplett. Solche Beschränkungen gibt es in Kopfbahnhöfen zuhauf, in Durchgangsbahnhöfen kaum.

Ich bezeichne K 21 als Phantomkonzept. Und zwar mit gutem Grund: K 21 ist bisher nichts weiter als ein paar, mit toller Grafik aufgepeppte, Striche auf einer Landkarte. In den nächsten zehn Jahren wird, außer dass der Hauptbahnhof vielleicht einen neuen Anstrich erhält, nichts passieren. Auch habe ich den Begriff K 21 noch nicht ein Mal aus dem Mund unseres neuen Verkehrsverhinderungsministers gehört, was mich zu der Annahme veranlasst, er sieht K 21 als genauso wenig realistisch an wie ich. Es freut mich, dass Frau Pfuderer inzwischen offensichtlich bemerkt hat, dass der Hauptbahnhof ein Bahnhof der langen Wege ist. Wenn sie jetzt noch begreift, dass es kaum jemandem nutzt, wenn er barrierefrei auf einen kleinen Parkplatz gelangt, sind wir schon einen kleinen Schritt weiter in Richtung Realität. Wie es um die Barrierefreiheit des Bonatz-Klotzes tatsächlich bestellt ist, kann man hier gut nachvollziehen: www.fuerstuttgart21.de/viewall/viewpost/138.html. Dass sich Frau Pfuderer durch den Begriff Phantomkonzept verunglimpft fühlt, ist schon höchst eigenartig angesichts ihrer eigenen Wortwahl und in Anbetracht dessen, dass sie als (um es mal positiv auszudrücken) Befürworterin des Dauerstaus auf der B 27 und A 8, einer Bewegung angehört, die sich durch Skandieren des Begriffes „Lügenpack“ Gehör verschafft. Offensichtlich darf unter grüner Regierung derjenige, der für mehr Staus auf den Straßen ist, verunglimpfen, so viel er will, der Verkehrsminister hat es ja mit seinen Äußerungen zum weggemobbten Projektleiter Azer vorgemacht. Derjenige, der für eine Stärkung des Bahnverkehrs eintritt, hält aber, in der Pfuderer-Demokratie, am besten die Klappe.

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