Leserbriefe

Stuttgart 21 und die Arbeitslosigkeit

11.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kuno Giesel, Nürtingen. „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Das ging mir durch den Kopf, als ich die neuesten Arbeitslosenzahlen – nach Bundesländern sortiert – gesehen habe. Nachdem man uns immer wieder glaubhaft zu machen versucht, was man alles für den Fortschritt und die Zukunft benötigt, der Stuttgarter Flughafen unbedingt erweitert werden muss, wir auch Stuttgart 21 benötigen, wundert es mich, dass es im Süden Deutschlands noch immer die niedrigsten Arbeitslosenzahlen gibt.

Trotz der ganzen Investitionen in Leipzig, neben neuen Straßen die neue Messe, ein neuer Flughafen, Ansiedlung von BMW und Porsche, gibt es hier noch zirka 14 Prozent Arbeitslose. In Berlin, wo der neue Bahnhof gebaut wurde und auch ein neuer Großflughafen gebaut wird, liegt die Arbeitslosenquote auch bei 14 Prozent. Wenn das alles Arbeitslose sind, die aus dem Süden wegen mangelnder Zukunftsaussicht schon mal abgewandert sind, wäre das ein weiterer Grund, gegen Stuttgart 21 zu stimmen – sinkende Arbeitslosenzahlen.

Als Gründe für Stuttgart 21 finde ich nur „die Pläne sind fertig“, „aufhören/umplanen kostet auch viel Geld“ und „wir brauchen es für die Zukunft/den Fortschritt“. Der letzte Grund ist für mich fragwürdig. Ich würde gerne fünf bis zehn Jahre länger warten, wenn dann etwas dabei herauskommt, was Hand und Fuß hat, einen Bahnhof am Flughafen direkt neben dem Abfluggebäude und der S-Bahn und nicht fast 200 Meter entfernt.

Als Nürtinger ist man in zirka 20 Minuten mit dem Auto bequem direkt am Flughafen. Wenn man erst zum Bahnhof muss, dort ein paar Minuten warten und dann noch den Weg vom geplanten Flughafenbahnhof (beim alten Mövenpick-Hotel) zum Abfluggebäude laufen muss, ist man sicherlich nicht schneller, nur vermutlich erschöpfter.

Wenn ich daran denke, wie oft ich in Stuttgart schon an leicht überfüllten ICE-Bahnsteigen an wartenden Passagieren vorbeidrängeln musste, frage ich mich, wie das beim neuen Bahnhof sein wird, wenn dann am gleichen Gleis in kürzeren Abständen noch mehr Züge fahren werden und somit auch noch mehr Passagiere auf ihren Zug warten werden. Ich kann nur hoffen, dass die neuen Bahnsteige auch dementsprechend breit ausgelegt sind. Was ich jedoch stark bezweifle.

Ich findet es schade, dass die Presse nicht mal ein Gesamtbild erstellt, wie viel eigentlich für oder gegen was genau sind. Nicht alle Stuttgart 21-Gegner sind grundsätzlich gegen den Fortschritt und gegen eine Schnellbahnstrecke nach Ulm und die Anbindung von Messe und Flughafen.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe