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Leserbriefe

Stuttgart 21 und der Schwabenstreich

25.08.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Stuttgart 21: Kommunen zahlen mit“ vom 21. August. War der Schwabenstreich bisher außerhalb unseres eigenen Sprachraums eher negativ belegt, so lernt die gesamte Republik nun die wahre Bedeutung kennen. Ein Schwabenstreich erfordert Mut! Diesen Mut zeigten am Freitag letzter Woche wieder weit über 20 000 Bürgerinnen und Bürger in Stuttgart. Aber nicht nur auf dem Schlossplatz in Stuttgart versammeln sich die Menschen täglich um 19 Uhr, sondern in der ganzen Region Stuttgart, sogar in Berlin wird täglich um 19 Uhr mit einer Minute Lärm gegen das Wahnsinnsprojekt Stuttgart 21 protestiert. Wir alle protestieren gegen die Ignoranz, mit der die Projektpartner mit unserem Willen und auch den scheibchenweise ans Tageslicht kommenden Wahrheiten umgehen. Da werden Studien über zwei Jahre unter Verschluss gehalten oder sind, obwohl von staatlichen Stellen finanziert, im Nachhinein nicht autorisiert. Da wird ein Horrorszenario entwickelt, in dem behauptet wird, die Region würde vom internationalen Fernverkehr abgehängt.

Die Wahrheit jedoch ist, dass die Alternativstrecke für die europäische Bahnmagistrale dann über Frankfurt laufen würde, dort eben auch in einem Kopfbahnhof halten würde, um dann wiederum in München in einen Kopfbahnhof einzufahren. Weiter geht die Strecke dann nach Wien, auch dort ist der Westbahnhof ein Kopfbahnhof. Bei all diesen Fakten aus dem Bahnbetrieb möchten uns die Projektpartner erklären, dass unsere Region vom Bahnbetrieb abgehängt wird, wenn nicht der denkmalgeschützte Bonatzbau abgerissen und der Schlossgarten zerstört wird. Schlicht unwahr!

Unsere Region ist eine der wirtschaftsstärksten in Europa und kein Verkehrsunternehmen kann es sich erlauben, eine solche Region im Netz nicht entsprechend zu bedienen. Unsere Region ist stark! Unsere Region, jede einzelne Stadt oder Gemeinde, muss Geld für ein Projekt zahlen, das keinerlei wirkliche Vorteile bringen wird. Geld, das dann an anderer Stelle fehlen wird. Wir Bürger wehren uns, als Schwäbinnen und Schwaben mit einem täglichen Schwabenstreich. Es wäre schön, wenn sich auch die Nürtinger dieser Bewegung zwischen Mannheim und Tübingen anschließen würden. Gerne würde ich den Schwabenstreich in meiner Heimatstadt mit einem Besuch dort verbinden!

Leserbriefe

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