Leserbriefe

Stück Natur erhalten

27.03.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bettina Wenzel, Nürtingen. Tributum libera, was für ein schöner Name für ein ehemaliges Finanzamt, in dem 13 neue Wohnungen entstehen, gegen die auch niemand einen Einwand hat. Allerdings soll im Innenhof ein Neubau mit acht weiteren Wohnungen gebaut werden. Wozu? Um die vorhandene Baulücke zu schließen und die vorgesehene Blockrandbebauung herzustellen, so die Argumentation. Was sind das für Argumente? Es muss doch nicht alles zugebaut werden. In Nürtingen liegt kein Wohnungsmangel vor, mit dem man den Bau vielleicht rechtfertigen könnte. Wo man hinschaut, wird gebaut, unterhalb vom Säer, im Enzenhardt, im Tiefenbachtal, in der Mühlstraße und so weiter.

Wenn man einmal einen Blick hinter das alte Finanzamt wirft, sieht man auf beiden Seiten schöne Altbauten, die am Anfang des 20. Jahrhunderts mit schönen Gärten erbaut wurden. Diese Grundstücke zusammen bilden einen kleinen Park, ein Stückchen Natur innerhalb der Stadt Nürtingen. Dies wird durch den Neubau, der auch optisch nicht mit diesen Häusern harmoniert, zerstört. Um dies zu verhindern, könnte man zum Beispiel hinter dem Haus einen großen Garten anlegen, der dann zur Erholung der Tributum-libera-Bewohner dient. Das Karree hinter dem alten Finanzamt besteht aus kleineren Ein- und Zweifamilienhäusern, die eine Gemeinschaft aus 16 Wohnungen bilden. Jetzt kommen 21 Wohnungen dazu. Dadurch wird der schöne Stadtteil, wie in dem Artikel zu lesen war, wohl nicht mehr schön bleiben. Die gesamte Kirchheimer Vorstadt besteht aus kleineren Wohneinheiten und nicht aus großen Wohnblocks, was gerade den Charme dieses Stadtviertels ausmacht. Außerdem muss man bedenken, dass durch den Neubau das bestehende Parkplatzproblem durch die Berufsschüler nochmals verstärkt wird, auch wenn eine Tiefgarage angeboten wird. Die Frage ist, ob diese für 21 Wohnungen, deren Gäste, Mitarbeiter des Therapiezentrums und deren Patienten reicht.

Leider wird ein kleines Stück Natur oftmals viel zu schnell zugebaut. Deshalb würde ich mich sehr darüber freuen, wenn man in Nürtingen eine Möglichkeit finden würde, möglichst viele Frei- und Grünflächen zu erhalten.

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