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Stoff für eine Provinzposse

25.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hermann Volkert, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Viel Wirbel um die Kommandantenwahl“ vom 23. April. Wir befinden uns mitten in einer schlimmen Wirtschafts- und Finanzkrise, den Kommunen brechen die Steuereinnahmen weg und der Gemeinderat von Neckartenzlingen berät über die (völlig korrekte) Wahl des Feuerwehrkommandanten. Als ob wir keine anderen Sorgen haben! Wenn ein Schriftsteller Stoff für ein Theaterstück über eine schwäbische Provinzposse sucht, so kann ihm nur geraten werden, einer Gemeinderatssitzung in Neckartenzlingen beizuwohnen.

Meiner Meinung nach sind die Vorwürfe an die Feuerwehr nur vorgeschoben. Offensichtlich haben einige in Neckartenzlingen immer noch ein Problem damit, dass es bei der Bürgermeisterwahl einen Gegenkandidaten zum Amtsinhaber gab. Anstatt man sich überlegt, warum es bei der Wahl so knapp war, versucht man im Nachhinein denjenigen noch eins auszuwischen, die (möglicherweise) die Kandidatur des Herausforderers unterstützt haben. Anders kann ich mir die abstrusen Vorwürfe an die Feuerwehr und ihren Kommandanten nicht erklären. Bürgermeister Krüger kommt am Ende seiner Ausführungen ja selbst zu dem Schluss, dass das Vorgehen bei der Wahl des Feuerwehrkommandanten vollkommen in Ordnung war.

Wo liegt nun das Problem? Was den „Porsche“ im Feuerwehrhaus anbelangt, so kann ich nur sagen, dass jeder Cent, der in den Erhalt der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr gesteckt wird, gut angelegt ist. Im Übrigen hat der Gemeinderat ja mehrheitlich für den Kauf dieser Fahrzeuge gestimmt und diese Entscheidung hat der Bürgermeister nun halt zu akzeptieren. Auch die Nachbargemeinden profitieren letztlich davon, denn im Einsatzfall hilft ja auch die Neckartenzlinger Wehr in benachbarten Gemeinden. Die Krönung der Neckartenzlinger Provinzposse ist das Verhalten von Gemeinderat Pfauth, der bemängelt, dass es bei der Wahl des Kommandanten keinen Gegenkandidaten gegeben hat. Offensichtlich hat Herr Pfauth noch nicht gemerkt, dass es bei allen Vereinen und sonstigen Institutionen, bei denen es auf Freiwilligkeit ankommt, immer schwieriger ist, Leute zu finden, die Verantwortung übernehmen und ihre Freizeit opfern. Anstatt froh zu sein, einen qualifizierten Kandidaten zu haben, wird an der Wahl herumgenörgelt. Die Wahl eines Feuerwehrkommandanten mit einer Bürgermeisterwahl zu vergleichen deutet auf einen gewissen Realitätsverlust hin. Natürlich hat Herr Pfauth das Recht, sich der Stimme zu enthalten. Ob er damit der Sache und dem Zusammenhalt in der Gemeinde gedient hat, bezweifle ich doch sehr. Immer wieder wird in den Ausführungen von Herrn Krüger darauf hingewiesen, alte Gräben zuzuschütten und aufeinander zuzugehen. Die Debatte um die Feuerwehr erreicht eher das Gegenteil.

Leserbriefe

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