Leserbriefe

Steinachmündung erlebbar machen

25.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl-Heinz Frey, Nürtingen. Der Seebach wurde in seinem Mündungsbereich zu einer Lagune verbreitert. Dies war unter anderem als Ausgleich für den Bau der B 313 so vorgesehen. Wegen dem Gefälle beim Austritt des Baches aus der Dole wurde eine kleine Raue Rampe eingebaut. Insgesamt ist dieser Abschnitt des Seebaches ein großer Gewinn für die Fische geworden. Es tummeln sich dort vor allem Jungfische, die in dem seichten und sauberen Wasser einen idealen Lebensraum finden. Für den Naturschutz ein gelungenes Projekt. Mit einem weinenden und lachenden Auge stellte ich bei vielen Besuchen dort fest, dass sich noch mehr Interessenten dort einfanden. Oft saßen kleine Kinder mit Eltern oder Großeltern dort und gestalteten den Bachlauf um. Es wurden Staudämme gebaut, das Wasser etwas umgelenkt, und so weiter. Eine Tätigkeit, die ich als Kind viel öfters machen konnte, als es Kindern hierzulande noch möglich ist. Das ist das lachende Auge.

Das weinende Auge ist dem Umstand zuzuschreiben, dass durch die Eingriffe eine größere Menge Erde weggespült wird und weiter unten die Wassertiefe verringert. Der Nutzen für die Jungfische wird dadurch kleiner. Vielleicht gibt es aber auch Kinder, die spielerisch gerade dort tätig werden und den Kies wieder ausbaggern. Am Seebach war die Spielmöglichkeit nicht eingeplant und daran hatte wohl auch keiner gedacht.

Eigentlich zeigt diese Inbesitznahme eines kleinen Stückchens Wasserlaufes, welcher große Bedarf vorhanden ist und stadtnah so gut wie nicht zur Verfügung steht. Für kleinere Kinder gibt es in Nürtingen kaum Wasserspielmöglichkeiten, die Kreativität zulassen. Jedes Gewässer ist durch Mauern, Dämme und steile Ufer für Kinder unerreichbar. Oder es ist verboten, sich dort aufzuhalten. Ständig wird kundgetan, zum Beispiel den Neckar „erfahrbar“ zu machen. Das bezieht sich sicherlich nicht auf Kinder, denn die kommen nicht an den Neckar. Deswegen wird in Nürtingen der Neckar wohl nur aus finanziellen oder gastronomischen Gesichtspunkten wahrgenommen. Die „Erfahrung“ des Wassers durch die Hände fällt glatt unten durch.

Die einzige Chance, so etwas zu verwirklichen, stellt die Einmündung der Steinach in den Neckar dar. Der Steinach ein großzügiges Delta zu verpassen, wäre ein idealer Spielplatz. Der Kies, der regelmäßig anfällt, gäbe genügend Gestaltungsfreiraum und mehrere Seitenarme bieten flache Zonen, die unbedenklich betreten werden könnten. Für Kinder einer der schönsten Spielplätze, weil sie nicht vorgeschrieben bekommen, was sie spielen sollen. Eltern fordere ich auf, eine solche Gelegenheit zu fordern und mit den Gemeinderätinnen oder -räten zu sprechen.

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