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Schützer oder Chaoten?

03.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Günter Schulz, Oberboihingen. Zum Leserbrief „Die Hobbyfischer sind selbst schuld“ vom 25. Februar. Die Dummdreistigkeit der selbsternannten Naturschützer reicht. Nicht die Massenvermehrung des Kormorans, der provokativ zum „Vogel des Jahres“ erklärt wurde, sei schuld, dass im Neckar keine Fische mehr leben, sondern eingesetzte Welse, sagt Gerhard Jakob.

Es braucht seine prähistorischen Beweise nicht, um zu erkennen, dass es den Vogel hier seit langer Zeit gab. Selbstverständlich – aber nicht die ungezügelte Massenvermehrung unter dem Schutz von Fanatikern. Weil sie nur nachts zu Hunderten in Seen einfallen, alle Fische an eine Seite treiben und Fressorgien veranstalten, sieht die Bevölkerung das natürlich nicht.

Als der Neckar um 1960 stank und schäumte (zum Beispiel wegen der Färbereien in Reutlingen), gab es kein Leben mehr darin. Nach dem Bau von Kläranlagen und Regenrückhaltung erholte er sich. Dann wurden all die Fischarten, wie es sie früher hier mal gab, in Jahrzehnten von Angelvereinen wieder angesiedelt. Das kostete viel Mühe und sehr viel Geld. Die Artenvielfalt, wie es sie früher hier gab, wurde wieder erreicht. Fische zum Angeln waren erst mal zweitrangig.

Nun ist der Neckar wieder leer, wie nach der Verpestung. Wie findet es Gerhard Jakob, dass „Naturschützer“ eine Riesenzahl Nerze freigelassen haben? Sie haben sich über das Havelland ausgebreitet und töten Bruten. Das größte Brutgebiet Deutschlands ist bald so leer wie der Neckar.

Am Rand von Berlin wagen sich Ältere manchmal nicht mehr in den eigenen Garten, weil sie von Wildschweinen angegriffen werden. Ein Förster sagte: „Ich schieße nicht mehr, weil ,Naturschützer‘ mich dann vor Gericht ziehen.“ Ich finde, dass die Grenze zwischen den diversen Schützern und Chaoten fließend geworden ist.

Leserbriefe

Unverhohlene Parteibrille

Wolfgang Niefanger, Oberboihingen. Zum Leserbrief „Umstiegsfantasien helfen da wenig“ vom 7. Januar. Es ist ja bekannt, dass Missionierende per se alles besser wissen und somit auch immer recht haben (müssen).

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