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Leserbriefe

Schlaglöcher und Kunst

03.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rolf Paul Mittendorf, NT-Neckarhausen. Zum Kommentar „Der Kunst eine Chance“ vom 1. März. Ich danke sehr und gratuliere Frau Gierlichs für ihren informativen Beitrag. „Mit Schlaglöchern lässt’s sich leben, ohne Kunst nicht“: Dem stimme ich zu.

Der Mensch braucht die Kunst. Sie erweitert den Horizont seiner Erfahrung, seiner ästhetischen Erfahrung. Die Kunst braucht den Mensch, den Betrachter, er macht ihren Gehalt und ihre Vielfalt gegenwärtig. Es wäre ein nicht wiedergutzumachender Frevel (wie so manches in der Vergangenheit), wenn die Kunst wegen des Profitdenkens einiger Kunstbanausen über Bord ginge.

Was hat es für Anstrengungen gekostet, bis sich die Kunst hier etabliert hat? Was wäre gewesen, hätte es nicht die Künstler gegeben, die mit Schweiß, ihren Händen und ihrem ganzen Herzblut die Gebäude gerettet haben, die bereits in den 70er-Jahren zur Disposition standen?

Wer kann sich überhaupt noch daran erinnern? Es gäbe nicht mehr die Gebäude in der Laiblinstegstraße und das Melchiorfabrikgebäude. K. H. Türk hat durch aktiven Einsatz den begonnenen Abriss verhindert. Die Melchior-Villa wäre auch platt. Durch den Erhalt der Gebäude wurde der Grundstein für die Kunst gelegt. Ohne sie gäbe es heute keine Kunstakademie, keine Kunsttherapie. Will man all das in den Jahren Erkämpfte und Gewachsene einfach zunichtemachen?

Die Idee von Bürgermeisterin Claudia Grau kann man nur begrüßen und sie in ihrem Vorhaben bekräftigen und unterstützen. Gratulation dazu, dass es ihr gelungen ist, den Verkauf auszusetzen.

Denkbar wäre zur Belebung auch die Unterbringung eines Cafés. Wo bekommt man in Nürtingen am Sonntag einen guten Kaffee und Kuchen? Wohin kann man Ausflügler schicken? Nur in die Altstadt ins „Schümli“. Sonst ist alles tot. Und wer gut ist, macht auch ein Geschäft.

Ich muss in diesem Zusammenhang an die Otto-Villa in Wendlingen denken, in der der Galerie-Verein schon Jahrzehnte agiert, wobei er durch Kunstbanausen im Gemeinderat fast zum Aufgeben gezwungen war.

Der in Ungnade gefallene Bürgermeister Ziegler hat noch bewerkstelligt, dass Sponsoren gefunden wurden, die den Bestand der Galerie aufrechterhalten. Ich denke auch an die erfolgreichen Kunstausstellungen in der Kreuzkirche. Ist das alles nichts? Nürtingen braucht die Kunst! Erhaltet sie!

Leserbriefe

Sie predigen Wasser und trinken Wein

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