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S21-Tunnel: Todesfalle bei einem ICE-Brand?

31.10.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Brand im ICE weckt kritische Fragen“ vom 13. Oktober. Glück im Unglück: 500 Menschen konnten von 250 Feuerwehrleuten aus dem lichterloh brennenden ICE unverletzt gerettet werden – auf freier Strecke zwischen Siegburg und Montabaur. Ein Lokführer sagte (Zitat aus dem Artikel): „Hätte der Zug in einem der Tunnel auf der Schnellfahrtstrecke nothalten müssen, wäre es wegen des starken Feuers und der massiven Rauchentwicklung zur Katastrophe gekommen“.

Diese Katastrophe im Tunnel könnte tatsächlich bei „Stuttgart 21“ eintreten, denn mehr als 60 Kilometer Tunnel entstehen unter den Häusern der Innenstadt und zwei sehr steile Tunnelröhren führen unter der Messe hindurch zum Flughafen – jeweils zehn Kilometer lang. Und die wenigen Gleise im Tunnelbahnhof sind gefährlich schräg und für Feuerwehr und Rettungskräfte kaum erreichbar. Allerdings gibt es für Klaus-Jürgen Bieger, seit vielen Jahre einziger S21-Brandschutz-Experte der Deutschen Bahn, kein Problem, denn „echte Brände im Zug sind europaweit die absolute Ausnahme“, wie er schon am 9. Oktober 2013 in einem sehr aufschlussreichen Interview behauptete.

Diese „absolute Ausnahme“ ist jetzt mit der ICE-Katastrophe eingetreten und das brennende Signal für alle Verantwortlichen in der Politik und bei der Bahn, die Legitimation des gesamten Projekts S21 endlich zu überprüfen und bessere Lösungen für den Bahnverkehr zu beschließen. Die massiven Probleme bei den Kosten, der Planung, den Terminen und vor allen Dingen dem Brandschutz dürfen nicht länger mit „Augen zu und durch“ vertuscht werden. Die richtige Lösung für einen sicheren Bahnverkehr mit Zukunft liegt bereits vor mit dem fertigen Konzept Umstieg 21. Der darin vorgesehene modernisierte Kopfbahnhof ist für Rettungseinsätze problemlos erreichbar, die vielen Tunnel können entfallen und deshalb viele Milliarden eingespart werden, die sinnvoller verwendet werden können. Zum Beispiel für den Bahn-Taktverkehr nach Schweizer Vorbild, den sehr verspätet jetzt auch der CSU-Verkehrsminister Scheuer lauthals propagiert, allerdings ohne zu erwähnen, dass diese sehr gute Lösung in Stuttgart gerade mit Kosten von zehn Milliarden Euro verbaut werden soll: Mit nur acht Gleisen im S21-Tunnelbahnhof ist Taktverkehr nicht möglich. Dafür braucht die Bahn die 16 Gleise, die im Kopfbahnhof schon und immer noch vorhanden sind. So einfach sind Lösungen zu finden, wenn man die Augen aufmacht.

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