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S 21: Die Bahn und das Grundwasser

13.09.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Grundwasserschutz wirft viele Fragen auf“ vom 1. September. Michael Isenberg berichtet, dass sogar der OB Schuster den Anspruch der Bürger auf Antworten bekräftigt. Aber wieder einmal verweigert die Bahn die ehrliche Information und Diskussion über die Frage, warum bei dem „bestgeplanten Projekt S 21“ drei Millionen Kubikmeter Grundwasser-Entnahme „geplant“ wurden, um eine „Baugenehmigung“ zu erhalten und jetzt ein neues Planfeststellungsverfahren vom EBA angeordnet wurde, weil plötzlich 6,8 Millionen Kubikmeter gebraucht werden.

Der Abschluss des Verfahrens wird erst im Herbst 2013 erwartet und es ist ungewiss und unwahrscheinlich, dass eine Genehmigung möglich ist, denn inzwischen sind die lange bestehenden Bedenken erhärtet worden: Nicht nur die Hänge des Kernerviertels sind wegen des Grundwassers in höchstem Maße gefährdet, auch die 61,8 Kilometer Tunnelbohrungen unter den Wohnhäusern im Stadtgebiet sind eine große Gefahr. Allein 4,5 Kilometer Tunnel werden direkt durch quellfähiges Anhydrit gebohrt, welches im Engelbergtunnel gerade wieder große ungelöste Sorgen bereitet.

Im Herbst 2013 ist das Abenteuer S 21 gescheitert, wenn die Genehmigung nicht kommt, weil der Tiefbahnhof dann nicht gebaut werden kann und darf. Die Bahn will aber trotzdem bereits Anfang 2013 erste Baugruben ausheben, weil es einmal eine Genehmigung für drei Millionen Kubikmeter gab, wie Michael Isenberg in seiner Online-Ausgabe um 8.54 Uhr ergänzend schrieb. Eine weitere Unverfrorenheit der Bahn. Ob dann noch einmal 3000 Polizisten von der grün-roten Regierung Kretschmann/Schmid zum Schutz von angeblichem Baurecht der Bahn losgeschickt werden? Am 30. September werden die Menschen an den unsäglichen Polizeieinsatz der damals schwarzen Regierung Mappus mit Wasserwerfern und Pfefferspray im Schlosspark erinnern.

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