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S 21: Der Bahnvorstand signalisiert Brücken

21.12.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marc Sink, Oberboihingen. Zum Artikel „Stuttgart 21: Neuer Zeitplan für Bahnhofsneubau“ vom 14. Dezember. Was hier abgeht, dürfte die planmäßigste Kostenlüge aller Zeiten sein. Die Obergrenze ist überschritten und ich höre es heute noch, wie Bahnchef Herr Grube geschworen hat, dass bis 4,5 Milliarden die Wirtschaftlichkeit mit S 21 gegeben sei. Ich bin ein Demokrat, auch nach der umstrittenen Volksabstimmung. Aber viele Befürworter des Kopfbahnhofes sind kluge Menschen, denn sie hatten damals schon Zweifel an der Validität dieser Zahl. Bahnvorstand Kefer meinte bei der letzten Ausschusssitzung des Bundestages, dass stichhaltige Kostenrisiken absichtlich vor der umstrittenen Volksabstimmung herausgerechnet wurden. So etwas sollte personelle Konsequenzen bei der Deutschen Bahn AG haben. Ein Bahnvorstand, der absichtlich tarnt und täuscht, muss abgelöst werden, da er den Anschein erweckt hat, dass sich das Projekt wirtschaftlich rechne. Wo sind die Unterlagen und der Nachweis für die Wirtschaftlichkeit bei über 4,5 Milliarden Euro? Wenn man diese veröffentlichen würde, wäre es, sagte der Bahnvorstand Herr Kefer weiter, „eine Gefahr für das Projekt, dass es untragbar sein könnte“. Das schreit doch geradezu nach einem Offenbarungseid.

Und Frau Merkel hat S 21 damals zur Schicksalsfrage gemacht, aber jetzt heißt es im Bundestag plötzlich, dass es nur das Geld gibt, das versprochen wurde. Was schlussfolgern wir? Jetzt sind alle Voraussetzungen für einen Ausstieg gegeben! Die Kostengrenze ist gekappt (hier gibt es mittlerweile keine Zweifel mehr) beziehungsweise auch in den Unterlagen der grün-roten Koalition steht geschrieben, dass bei 4,5 Milliarden Euro Schluss ist!

Übrigens hat der Bahnvorstand in der Ausschusssitzung auch eine Brücke gebaut und gesagt, dass die Bahn zwar eine Ausführungspflicht hätte, man aber von dieser Abstand nehmen würde, wenn es eine Zusicherung der Projektpartner (Bund, Land, Region etc.) geben würde, dass diese nicht dagegen klagen würden, wenn ein Ausstieg beschlossen würde! Bevor es zu spät ist. Ich fordere die Landesregierung und die Stadt Stuttgart auf, sofort mit der Deutschen Bahn Gespräche aufzunehmen und dieses S-21-Wahnsinnsprojekt zu beenden.

Leserbriefe

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