Leserbriefe

Ruppige Sprache – eine Gefahr?

21.07.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Man klagt oft über die Verrohung der Sprache in den sozialen Medien; das scheint jetzt auch bei manchen Leserbriefschreibern der hiesigen Zeitung angekommen zu sein. Was steckt wohl dahinter? Respekt vor dem anderen scheint bei denen, die sich als rechts bezeichnen, nicht besonders ausgeprägt zu sein. Auffällig ist vor allem – zunächst noch – ihre ruppige Sprache. Gerne fühlen sie sich – gegen jede Wahrscheinlichkeit – als verfolgte Mehrheit – und glauben deshalb das Recht zu haben, recht ruppig denen zu antworten, die anderer Meinung sind als sie.

Wahrscheinlich kommen sie sich dabei berechtigt und groß vor. Aber wehe, wenn solche Menschen mal an die Macht kommen, dann werden sie handeln wie sie sprechen: hemmungslos hart gegen alles, was ihnen nicht passt – und das ist ja nicht wenig. Behüte uns der Himmel davor. Ich wiederhole mal nichts von der – milde ausgedrückt – unhöflichen Sprache in der letzten Zeit. Spiegelt eine solche Sprache nicht eine rechte rohe Gesinnung? – die würden sie wahrscheinlich genauso roh in Taten umsetzen, wenn sie die Möglichkeit dazu bekämen. Wir haben es reichlich erlebt – und erleben es in der Gegenwart ja auch schon in Ansätzen ringsum. Eine gefährliche Entwicklung. Ein friedliches Zusammenleben gibt es nur, wenn man auch andere Meinungen anhört und sachlich darüber spricht – gegebenenfalls auch streitet.

Wollen diese Leute keinen Frieden? – das hieße: sie wollen Kampf und Krieg. Wahrscheinlich glauben sie, dann auf der Täter- und Siegerseite zu sein – herrlich! Und all die anderen? Die Mehrheit würde übel leiden müssen. Herrlich? Nein, auch Leserbriefschreiben sollten doch so viel Achtung voreinander haben, dass sie sich das Pöbeln verkneifen – auch die aus der rechten Ecke.

Aber man kann einen Schreck bekommen, wenn man, wie kürzlich, aus dieser Ecke liest, dass Recht und Ordnung, Geschäftsordnungen und Anstand nichts gelten, wenn sie der eigenen Propaganda im Wege stehen – unberechtigte Gedenkminute im Bundestag. Das ist nichts weniger als ein Aufruf zur Willkür. Wissen sie, was sie da tun? Ich fürchte: kaum. Die Sprache verrät viel, auch eine Gefahr. Achtet auf die Anfänge!

Leserbriefe

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