Leserbriefe

Risiko Konzessionsvertrag?

17.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alfred Braatz, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Artikel Eigene Stadtwerke: Chance oder Risiko vom 12. Juli. Die Versorgung einer Gemeinde mit Energie ist in heutiger Zeit ein sehr wichtiges und wohl zu überlegendes Thema. Die fossilen Ressourcen wie Gas werden immer knapper, die Herstellung und Verwendung von Energie belastet die Umwelt und insbesondere die Atmosphäre und unterliegt einer politischen Regelung über die Steuern.

Energieerzeugung und -verteilung sind heute noch Relikte aus Zeiten der Energiemonopole, als Milliarden-Gewinne abgeschöpft wurden und heute noch werden. Auch wenn sich ein Versorger FairEnergie nennt, ist nicht geklärt, ob er damit eine faire Behandlung des Abnehmers und der Umwelt oder nur eine gerade mal befriedigende, aber keineswegs hervorragende Versorgung ableitet. Noch vor wenigen Wochen fragte ich bei FairEnergie Erdgas nach. Den Ring von wenigen Metern zu schließen rechnet sich nicht, war die Antwort. Wie mögen die Antworten aussehen, wenn Tischardt bis 2015 bebaut wird, aber ein Vertrag nur bis 2012 läuft? In neuen Baugebieten werden die Bürger von Gesetzes wegen Häuser nach ENEV-Standard bauen müssen, vergleichbar mit Passivhäusern. Sie werden solarthermische Anlagen haben, Pelletheizungen, Erdwärmesonden und kein Gas, denn einen Anschlusszwang verbietet die Rechtsprechung. Also wird es kein Erdgas geben in Tischardt, zumindest keines zu konkurrenzfähigen Konditionen.

Die Stadtwerke Nürtingen sagen so etwas den Vertragspartnern. Das finde ich fair. In Nürtingen sitzen seit Jahren die Bürger bei Entscheidungen mit am Tisch, waren der Ökowatttarif und regenerative Gemeinschaftsanlagen mit die ersten, die in Deutschland erstellt wurden. Wer von den Bürgern aus unserer Gemeinde hat eine Stimme in Sachen Innovationen bei FairEnergie? Dinge, die für mich als Bürger in Nürtingen auf der Energieversorgungsseite selbstverständlich waren, habe ich heute nicht mehr. Nicht mal meinen Ökowatttarif und die Zwei-Tarife-Regelung konnte ich mitnehmen, weil der Nürtinger Kundenservice mir auch in Zeiten der Netzöffnung aufgrund der hohen Durchleitungsgebühren keinen konkurrenzfähigen Preis machen konnte. Einen lokalen Anbieter zu haben, und das sind für mich die Stadtwerke Nürtingen, ist zukunftsfähig. Ich möchte auch nicht verhehlen, dass die Stadtwerke Nürtingen für die Industrie und die Bürger wie auch die Gemeinde weitere innovative Dienstleistungen wie Wärme-Contracting, Kommunikation und das Facility Management anbieten und ein für den Bürger besseres, weil nicht so instandhaltungsaufwendiges Trinkwasser-Management haben. All diese Konzepte sind in Deutschlands Fachwelt etabliert und bedürfen keines teuren Gutachtens. Das einzige Risiko, das ich im gesamten Kontext sehe, ist eine Fehlentscheidung der Verantwortlichen.

Leserbriefe

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