Leserbriefe

Respekt gegenüber Andersdenkenden

09.01.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief vom 17. Dezember „Kritik bitte mit Wissen und Maß“. Sehr befremdlich ist die implizierte, namenlose Behauptung, ich wäre ein Antisemit. Der Verfasser kann offensichtlich nicht zwischen überaus berechtigter Kritik an der israelischen Regierung wegen deren Menschenrechtsverletzungen, zum Beispiel der Annexion der Golanhöhen, dem Landraub in der Westbank und anderen unterscheiden. Das hat nicht das Geringste mit Antisemitismus zu tun. Besonders die reaktionäre Netanjahu-Regierung greift bei der geringsten Kritik zu diesem „Totschlagargument“.

Die Grundrechte aller Deutschen wurden 1949 im Grundgesetz festgelegt. Die Menschenrechte von Artikel 1 bis 19 und Artikel 20 (4) gelten auch für Ausländer, sobald sie sich auf deutschem Boden befinden. Im Wesentlichen sind hier die Menschenrechte auf Rede-, Meinungs- und Informationsfreiheit betroffen. Im Falle eines Verstoßes (zum Beispiel Beleidigung oder üble Nachrede) finden sich einschlägige Paragrafen im Strafgesetzbuch und Bürgerlichen Gesetzbuch. Um auf zum Teil hanebüchene Missstände hinzuweisen, werde ich auch künftig meine Menschenrechte nutzen, andere dazu ermuntern. Das belebt die Demokratie, sonst dümpelt sie dahin und versinkt irgendwann. Nur das kann notwendige Kontroversen in einem Staat in Gang bringen, in dem Politikverdrossenheit und Zahl der Protestwähler immer mehr zunehmen.

Eine „Kritik“ des Tralala können wir uns nicht leisten. Nur Kritik, die auf fundierter Sachkenntnis und/oder logischen Überlegungen beruht, verdient den Namen. Das Nachplappern von US-Propaganda-Parolen gehört nicht dazu. Es ist allen nur zu empfehlen, sich sachkundig zu machen, den Respekt vor der Würde des Andersdenkenden und seiner Meinung zu wahren, die Menschen- und Grundrechte zu praktizieren.

Leserbriefe

Nürtingen und das Hölderlin-Haus

Ingrid Dolde, Großbettlingen. Zum Artikel „Ein eigenes Haus für Hölderlin“ vom 14. Januar. Nun ist man beim Hölderlinhaus praktisch wieder da, wo man vor mehr als zehn Jahren schon einmal war. Von wegen Sanierung. Die jetzt beschlossenen Pläne bedeuten nichts anderes als einen Abriss in weiten…

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