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Leserbriefe

Populistische Empörung

09.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Rauscher, Nürtingen. Zum Leserbrief„War der Preis wichtiger als die Leistung“ vom 4. Juli. Die Agitation von Thaddäus Kunzmann gegen den baden-württembergischen Verkehrsminister nimmt groteske Züge an. Gleichzeitig bietet sie aber auch einen guten Stoff für eine große Satire. Kunzmann ist in Nürtingen und im Landkreis Repräsentant einer Partei (der CDU), die „erfolgreich“ die Deutsche Bundesbahn in einem Privatisierungswahn in verschiedenen Töchter der Deutschen Bahn zerschlagen hat. Über die daraus resultierenden Folgen beschwert sich nun Kunzmann.

Selbstverständlich teile ich seine Kritik an der Auflösung des Reisezentrums am Nürtinger Bahnhof, für das aber die Deutsche Bahn (DB) verantwortlich ist (mein Leserbrief vom 26. Juni: CDU mangelt es an ÖPNV-Kompetenz). Nun macht er ein neues Fass auf: Er bemängelt zu Recht (!!!) das Fehlen von barrierefreien Einstiegen in die Züge am Bahnhof Nürtingen. Verantwortlich sei wiederum der baden-württembergische Verkehrsminister, ihm sei der Preis wichtiger als die Leistung!

Nun aber gilt nach Bundesrecht und EU-Recht: Die Bahnsteighöhe muss nach der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung (EBO) mindestens eine Bahnsteighöhe von 380 Millimeter bis maximal 960 Millimeter haben, nur bei Neubauten oder umfassenden Umbauten von Personenbahnsteigen soll die Bahnsteigkante auf 760 Millimeter gelegt werden. Darüber empört sich Kunzmann populistisch und greift den Verkehrsminister an.

Für diese Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung ist aber das Eisenbahnbundesamt (EBA) zuständig. Wie heißt der zuständige Minister? Es ist der Bundesminister Andreas Scheuer (CSU). Mein Opa hat in solchen Fällen gesagt: Erst grübeln, dann dübeln! Oder: Schuster bleib bei deinen Leisten!

Leserbriefe

Das Geld in Kitas und Grundschulen stecken

Uli Kirchner, Nürtingen. Zum Artikel „Land belohnt Schulleitungen“ vom 19. November. Kann das sein? Oder ist das einfach nur falsch gemeldet? Die Hauptlast tragen doch nicht Schulleitungen, sondern die Lehrerinnen und Lehrer, die mit wechselnden Dienstplänen, Maskenschutz, Gesprächen mit Eltern…

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