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Leserbriefe

Politiker handeln mit Wahlgeschenken

22.09.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl Hummel, Frickenhausen-Linsenhofen. Es ist verständlich, dass in vielen Bereichen um mehr Lohn gestreikt wird, wenn bald jeden Tag in der Zeitung zu lesen ist, dass die Wirtschaft boomt, die Steuereinnahmen sprudeln und hohe Gewinne erzielt werden. Gleichzeitig wird auch berichtet, dass in manchen Betrieben Kurzarbeit und Entlassungen angesagt sind. Bei Lohnerhöhungen mache ich mir immer Gedanken, ob es gerecht ist, wenn nach Prozenten erhöht wird. Die obere Einkommensschicht mit beispielsweise fünftausend Euro bekommt bei den zurzeit geforderten sechs Prozent 300 Euro monatlich, die untere Einkommensschicht mit 1500 Euro Einkommen 90 Euro. Nachdem Strom, Heizöl, Wasser, Abwasser, Kraftstoff, Versicherungen und so weiter gleich teurer werden für alle, wird der Abstand zwischen dem höheren und unteren Einkommen immer größer. Darüber darf auch bei Rentenanpassungen nachgedacht werden, ohne an Gleichmacherei zu denken.

Die Höhe der Arbeitsjahre und Einzahlungen wird bei der Berechnung der ersten Rente berücksichtigt. Die späteren Anpassungen, so sehe ich es, sind für die allgemein steigenden Kosten notwendig. Auffallend ist für mich, dass bei sogenannten Talkshows meist mit Teilnehmern der oberen Einkommensschicht viel von Altersarmut und größer werdendem Abstand zwischen Arm und Reich gesprochen wird. Nur, wie das geändert werden kann, darüber höre ich wenig, schneidet sich doch keiner gern ins eigene Fleisch.

Aber nun erscheint ein Licht am Horizont. Die Bundestagswahl 2013. Verschiedene Wahlgeschenke sind schon im Handel. Die Grundrente würde mich besonders freuen. Dann bekäme ich einiges mehr. Nicht, dass ich nicht gearbeitet hätte. Ich wurde nur zur falschen Zeit geboren. Nur, wer das bezahlen soll, habe ich noch nicht gehört. Solange in fast allen öffentlichen Haushalten trotz Schuldenbremse weiterhin neue Schulden aufgenommen werden, sollen keine Wahlversprechen gemacht werden auf Kosten der nächsten Generation, nur um wieder gewählt zu werden.

Besser wäre, wenn der Wasserkopf der Bürokratie etwas zurückgeschnitten würde und das Geld für wertbringende Maßnahmen verwendet werden könnte!

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