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Pfand könnte helfen

30.07.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Ostertag , Bissingen-Teck. Zu dem Artikel „Es fehlen Flaschen und Kartons“ vom 1. Juli und dem Leserbrief „Einwegflaschen durch Pfandflaschen ersetzen“ vom 16. Juli.

Dem Leserbrief kann ich in vollem Umfang zustimmen. Ein aktuelles Thema dieser Tage neben Ukraine, Corona, Klima und Inflation: das Gas aus Russland. Bedingt durch Wartungsarbeiten an der Pipeline Nord Stream 1 strömt durch diese seit 11. Juli kein Gas mehr nach Deutschland. Die Chancen, dass der Lieferstopp am 20. Juli endet, werden unterschiedlich eingeschätzt.

Umfragen zufolge glauben beziehungsweise hoffen circa 50 Prozent der Befragten an oder auf eine Wiederaufnahme der Gaslieferung. Ob das der Fall sein wird, weiß nur Putin. Vielleicht überlegt er auch noch. Das Hauptproblem am fehlenden Gas macht sich an den vielfach vorhandenen Gasheizungen bemerkbar. Wo kein Gas, da keine Wärme. Aber auch die Glasindustrie ist auf diesen Energieträger bei der Herstellung ihrer Produkte angewiesen. Außer Fensterglas, Marmelade- oder Gurkengläsern, Parfum-Flakons und so weiter wären da auch Bier- und Weinflaschen zu nennen. Womit wir beim Thema wären. Für mich drängt sich die Frage auf, warum die 0,7-Liter-Weinflasche nicht mit Pfand belegt und rückgabefähig ist. So wie die Ein-Liter-Weinflasche und fast alle Bierflaschen. Vielleicht gibt es da einen Grund, den ich nicht kenne. Der Anteil von 0,7-Liter-Weinflaschen bei neuen Glasflaschen dürfte vermutlich nicht unerheblich sein und sich auch auf die zur Herstellung benötigte Gasmenge auswirken. Übrigens kann man Wein auch im Tetra-Pak-Getränkekarton kaufen. In dieser Form allerdings nur die niedrigste Qualitätsstufe, sprich Tafelwein. Auch pfandbelegte und rückgabefähige PET-Flaschen könnten mit Wein befüllt werden. Diese beiden Möglichkeiten kann man sich bei einer „Spätlese“ im feinen Lokal nur schwer vorstellen.

Abschließend bleibt die provokante Frage des Leserbriefschreibers: Soll man das Gas zum Heizen rationieren, um Wegwerfflaschen zu produzieren?

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